„Ich bin satt, ich mag kein Blatt…Ah, was seh ich da….Torte :) - ein bissal geht noch“

 

Mein heutiger Artikel behandelt die vierte Säule des BERN-Modells aus der Mind-Body-Medizin. Mehr über die MBM finden Sie in meinem Artikel: Mind Body Medizin - Was ist das?. Die anderen Säulen sind: BEHAVIOR (=stressreduzierendes Verhalten), EXERCISE (=ausreichend Bewegung) und Entspannung.

Was soll ich noch über Ernährung schreiben? Wurde nicht schon genug darüber geschrieben, von mir und Millionen anderer Menschen? Es gibt kaum ein Thema, über das so viel geforscht und geschrieben wird wie die ideale Ernährung. ExpertInnen streiten sich dabei, dass es einem den Kopf verdreht. Es gibt kein Thema auf Amazon, worüber mehr Bücher geschrieben wurden als über Ernährung und Diäten! UNGLAUBLICH, oder?

 

Die Quintessenz, die MIR BESONDERS WICHTIG IST: ES GIBT KEINEN IDEALEN WEG FÜR ALLE!!! Jeder muss seine eigene WOHLFÜHLERNÄHRUNG finden! Auf diesem Weg gibt es verschiedene variable Eckpunkte. Über diese Eckpunkte habe ich in meinem Artikel „Ernährung nach TCM“ geschrieben. Lassen Sie sich von „TCM“ nicht zu sehr abschrecken. Die TCM Ernährung ist ziemlich die einzige Ernährungsweise, die IHRE Empfehlungen SEHR INDIVIDUELL gestaltet und sehr wenig dogmatisch ist. Ähnliche Ernährungsempfehlungen finden Sie übrigens auch in der mediterranen Küche. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Essen Sie SAISONALE, REGIONALE, BIOLOGISCHE Nahrungsmittel!
  • Essen Sie viel Obst und Gemüse, in der Form (roh oder gekocht), wie es IHR Körper gut verwerten kann!
  • Essen Sie wenig Fleisch und Fisch – wichtig: Fleisch und Fisch sind SEHR wertvolle Lebensmittel. Die einzige Einschränkung: in Maßen!
  • Kochen Sie überwiegend frisch und SELBST!
  • Verwenden Sie hochwertige FETTE!
  • Würzen Sie mit FRISCHEN Kräutern und Gewürzen!
  • Essen Sie wenig Tiefkühlkost!
  • UND GENIESSEN SIE MIT FREUDE!

Näheres im Artikel.

 

In meinem Artikel „Essen soll Freude machen...“ schreibe ich über die zweite Hauptzutat vom Begriff „Nutrition“ in der MBM. Es geht dabei vorwiegend darum, dass es keine „guten“ und „bösen“ Nahrungsmittel gibt, dass es immer um das INDIVIDUELLE MASS geht und vor allem darum, das ESSEN ZU GENIESSEN. Ernährung soll keine Selbstkasteiung werden, auch wenn eine Beschränkung in manchen Fällen VORÜBERGEHEND sinnvoll sein KANN.

Näheres im Artikel.

 

Hier sei ergänzend gesagt, dass das Genießen des Essens für die Gesundheit extrem förderlich ist. Studien zeigen, dass eine Kombination aus Genuss und sozialem Zusammenkommen die Ausschüttung von Glückshormonen fördert und akuten Stress reduzieren kann. Es hat sich durchwegs gezeigt, dass das „Wie gegessen wird“ WICHTIGER war als das „Was gegessen wird“. Selbst wenn die einfachste Mahlzeit, bewusst und im besten Fall in Gesellschaft genossen wird, hat das auf den Körper eine beruhigende, stressreduzierende Wirkung. Das Essen wurde besser verdaut und die Nährstoffe besser aufgenommen als das gesündeste Essen vor dem Fernseher. Idealerweise nimmt man sich also Zeit zum Kochen und GENIESSEN, sitzt gesellig zusammen, redet, lacht und zelebriert das Essen mit allen Sinnen.

 

In meinem Artikel „Kleine Ernährungstipps zu mehr Wohlbefinden“ geht es vor allem darum, mit einer FÜR SIE passenden Ernährungsweise dazu BEIZUTRAGEN, Krankheiten vorzubeugen, auf den Verlauf von Krankheiten positiv einzuwirken und das Immunsystem/Nervensystem/den Körper zu stärken und mehr Wohlbefinden zu erzeugen.

Näheres im Artikel.

 

Im Alltag ist es aber oft schwer, Zeit zum Kochen und Genießen (auch in Gesellschaft) zu finden. Für viele Menschen ist es sehr schwierig, selbst die kleinsten Orientierungspunkte in ihrer Ernährung zu berücksichtigen, wie z.B. viel Obst und Gemüse, regelmäßige Mahlzeiten, etc.. Besonders schwer fällt es den meisten in Stresssituationen. Fehl-, Mangelernährung, Übergewicht und alle möglichen anderen Erkrankungen nehmen zu.

 

WARUM IST DAS SO?

 

Die körperlichen Prozesse, die bei Stress ausgelöst werden, laufen bei uns modernen Menschen genauso ab wie bei den Urzeitmenschen. Wenn der Körper Adrenalin und co. ausschüttet, bedeutet das für ihn, dass er sich in Kampf- und/oder Fluchtbereitschaft befindet. Früher bedeutete das einen hohen Energieaufwand beim Weglaufen oder Kämpfen. Unmengen Kalorien wurden verbrannt. Heutzutage findet der Stress „nur“ noch am Schreibtisch statt. Eine Stressreaktion wird ausgelöst, obwohl wir keinen hohen Energieaufwand mehr dabei haben und statt Kalorien werden „nur“ Unmengen Nährstoffe verbraucht. Heute ist es also weniger sinnvoll bei Stress viel zu essen, leer sind nur die Nährstoffspeicher. Trotzdem bekommen wir auch heute Heißhunger auf Süßes, Fettes und viel, weil der Körper glaubt, schnell Energie zu brauchen. Dabei ist es übrigens egal, ob es sich um Terminstress oder emotionalen Stress (Liebeskummer, Sorgen, Ängste, etc.) handelt. Alles löst die gleichen körperlichen Prozesse aus.

 

Essen wird zum Stressventil – Belohnung, Leere füllen, Schmerz ausschalten, etc. Man isst die Packung Kekse vorm Fernseher ohne zu merken, dass man sie gegessen hat. Zu den vielen Nahrungsmitteln, die keine Vitamine, Mineralstoffe oder sonstiges Wertvolles enthalten, dafür jede Menge Zusatzstoffe, Geschmacksverstärker, Salz und Zucker, kommt obendrauf ein saftiges schlechtes Gewissen, weil man „schon wieder“ nicht widerstehen konnte und eventuell immer dicker, erschöpfter, schlafloser, etc. wird.

 

WENN DAS EINE NATÜRLICHE KÖRPERLICHE REAKTION IST, IST SIE DANN SCHLECHT?

 

Jein. Es ist durchaus okay, wenn Sie sich einmal unachtsamem Essen hingeben, sich einmal belohnen mit Essen oder Gefühle „wegessen“ möchten. WICHTIG DABEI ist allerdings: Lassen sie es nicht zur Gewohnheit werden, tun Sie es nicht ständig!

 

WAS KÖNNEN SIE TUN, DAMIT DIE UNACHTSAMKEIT NICHT STÄNDIG PASSIERT und SIE NICHT STÄNDIG HEISSHUNGERANFÄLLEN ERLIEGEN?

 

Gerade in stressigen Phasen ist Ernährung besonders wichtig. Mit den richtigen Nährstoffen können Sie Ihren Körper gut versorgen. Wenn Sie die verlorengegangenen Nährstoffe auffüllen, kommt es meistens gar nicht zu Heißhungeranfällen. Außerdem können Sie durch die richtigen Nahrungsmittel besser mit Stress umgehen/Nerven stärken.

 

Nahrungsmittel sind das eine – die SITUATION ist das andere! Wichtig ist, sich selbst auch in stressigen Zeiten RAUM zu geben, sich auch im Stress um SICH SELBST zu kümmern. Das geht mit einer bewussten PAUSE zum KOCHEN und GENIESSEN. Nehmen Sie sich also auch in stressigen Zeiten Zeit, IN RUHE (eventuell in Gesellschaft) zu genießen. Dann wirkt das achtsam genossene Essen wie Belohnung, es entstresst und eine Belohnung in Form von unachtsam gegessenen Keksen am Abend vorm Fernseher werden hinfällig. Eine bewusste Nahrungsaufnahme unterstützt uns dabei, das richtige Maß zu finden.

 

ZUM ABSCHLUSS:

Bewusstes Essen mit Herz und Verstand in aller Ruhe, dabei auf Geschmack, Aroma und Konsistenz zu achten bringt Körper und Psyche etwas. Je öfter Sie achtsam essen, desto mehr werden Sie auf die Qualität Ihres Essens achten und desto höher ist die Genussfähigkeit. Gesunde Ernährung fördert auch die psychische Gesundheit – Körper und Geist sind auch in der Küche verbunden.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Interessante Literatur:

"Der Selbstheilungscode: Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit" von Tobias Esch

"Stressbewältigung: Mind-Body-Medizin, Achtsamkeit, Selbstfürsorge" von Tobias Esch

"Mind-Body-Medizin" von Anna Paul

"Gesundheit ist Kopfsache" von Alexandra Stross