„Weizen, Dinkel, Einkorn, Kamut, Hartweizen, Couscous, Roggen, Gerste, Hafer, Hirse, Reis, Mais + Pseudogetreide (Amaranth, Quinoa, Buchweizen)“

 

In der TCM wird empfohlen viel Getreide zu essen und Brotkonsum zu reduzieren. Das klingt wie ein Widerspruch, ist es aber nicht. Die TCM versteht unter Getreide kein verarbeitetes Produkt (z.B. Mehl), sondern die Getreidekörner, Flocken und Grieß.

 

Ich war früher richtig verzweifelt, weil ich schon keine Kochideen mehr hatte – Nudeln, Kartoffeln, Reis und wieder Nudeln, Kartoffeln und Reis und wieder… Langweilig… Nach und nach lernte ich neue Getreidesorten kennen und experimentierte teilweise skeptisch herum. Skeptisch, weil es länger dauert etwas Neues zuzubereiten als etwas, das man schon 100 Mal gekocht hat, auch, wenn man beispielsweise Hirse genau wie Reis wäscht und dann in doppelter bis dreifacher Menge Wasser in der gleichen Zeit zubereitet. Es gibt da so etwas wie eine Berührungsangst mit Neuem – „Was der Bauer nicht kennt,…“.

 

Auf jeden Fall habe ich es ausprobiert und viele neue Getreidesorten in mein tägliches Leben integriert. Je abwechslungsreicher der Speiseplan desto mehr kann man von den unterschiedlichen Wirkungen profitieren. Nach Ansicht der TCM wirken sich alle Getreidearten positiv auf das Qi (die Lebensenergie) aus. Vollkorngetreide wird vor allem in der westlichen Ernährungslehre empfohlen, weil es viel Stärke und Ballaststoffe, wie auch Mineralien und Spurenelemente enthält. Die TCM ist hier vorsichtiger, weil Vollkornprodukte schwer verdaulich sind und man vorher testen sollte, wie gut sie einem tun. Bei schwacher Verdauung profitiert man in jedem Fall davon, Vollkornprodukte nur ab und zu zu essen.

 

Weizen

 

Weizen ist in den letzten Jahren stark in Verruf gekommen. Immer mehr Menschen verzichten auf Weizen und stellen tatsächlich eine Besserung ihrer Beschwerden fest. In den seltensten Fällen steckt allerdings eine Weizenallergie oder Glutenunverträglichkeit (Zölliakie) dahinter. Oft besteht nur eine Glutensensibilität, die aufgrund des Überzüchtens von Weizen, wodurch der Glutenanteil im Weizen stark gestiegen ist, entstanden ist. Bei häufigem Verzehr von Weizenprodukten können sich dann Unverträglichkeiten zeigen. In solchen Fällen empfiehlt es sich 2-4 Wochen oder auch etwas länger komplett auf Gluten zu verzichten. Wenn die Beschwerden weg sind, kann man langsam wieder Gluten in die Ernährung integrieren und sollte darauf achten, es nicht wieder im Übermaß zu essen bzw. Weizenprodukte eher zu meiden. Eine Glutenunverträglichkeit kann nur ein Arzt feststellen. Betroffene müssen lebenslang auf Gluten verzichten.

 

Weizen in Maßen gegessen schadet der Gesundheit in keinem Fall. In der TCM wirkt Weizen übrigens kühlend (stärkt Herz, Nieren und Leber) und befeuchtend, was bei trockenem Hals, Durst oder Gewichtsverlust gut ist. Außerdem beruhigt Weizen innere Unruhe und Reizbarkeit, was gut bei Schlafstörungen ist.

 

ALSO: Weizen in Maßen ist okay! Vor allem in Form von Couscous, Weizengrieß und Bulgur ist Weizen gut verträglich. Couscous ist übrigens das am schnellsten zubereitete Getreide. Man muss einfach die doppelte (bis dreifache) Menge Wasser aufkochen, Couscous einrieseln und einige Minuten ziehen lassen. Alternativ kann man auch einfach kochendes Wasser über Couscous geben. Produkte aus Weizenmehl können Sie durch die Verwendung von Dinkelmehl abwechseln/ersetzen und so Weizen sparen. Beim Brot sollte man eher ein Roggensauerteigbrot nehmen, weil es besser verdaulich ist. Essen Sie Produkte wie Semmeln, Toast oder Speisen aus Weizenmehl mit Zucker nur selten. (Rezeptidee: Süßer Couscous, Gefüllte Zucchini)

Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ist es, auch, wenn keine Weizensensibilität besteht ratsam, zwei bis drei Tage pro Woche kein GLUTEN zuzuführen, also auch kein Dinken, etc.

 

Und noch wichtig: Es gibt noch weitere Getreidesorten :).

 

Kennen Sie Polenta? Maisgrieß. Polenta stärkt nach TCM den Magen, leitet Feuchtigkeit aus und ist für jeden geeignet. Man kocht die dreifache Menge Wasser/Reis-/Hafermilch/Milch/Gemüsesuppe (oder Mischungen aus diesen – also halb Wasser/halb Reismilch, etc.) auf und lässt den Maisgrieß ein rieseln. Unter ständigem Rühren etwa 15 Minuten auf kleiner Flamme köcheln. Bei Bedarf noch Wasser zugeben. Man kann ihn als Beilage wie Reis essen oder man streicht ihn auf ein Backblech und lässt ihn fest werden. So eignet er sich als Pizzaboden oder Parmesan/Apfelmus/geraspelte Birne etc. untermischen, aufstreichen und Ecken ausschneiden. Toll zum Vorbereiten, als Beilage und zum Mitnehmen als süßer Nachmittagssnack. Rezepte: Süße Polenta mal zwei.

 

Weitere Getreidesorten sind:Hafer (Haferflocken), Hirse (Hirseflocken), Reis (Reisflocken), Dinkel (Dinkelflocken), Gerste oder die Pseudogetreidearten Quinoa (Quinoa Pops), Buchweizen und Amaranth (Amaranth Pops). Der Vorteil von Flocken ist, dass sie leichter verdaulich sind und nur wenige Minuten in Wasser (diversen Milch-Wasser-Mischungen) gekocht werden müssen. Alle anderen Getreidesorten werden mit heißem und kaltem Wasser gewaschen, um die Bitterstoffe zu lösen, was sie besser verdaulich macht. Danach werden sie nach persönlichem Geschmack in doppelter bis mehrfacher Menge Wasser (Milch-Wasser-Mischung) gekocht. Es kommt immer auf die Sorte an und darauf, wie weich man es möchte. Pops sind gut geeignet zum Bestreuen von Getreidebreien oder in die Suppe streuen. Alle Getreidesorten kann man vorm Kochen trocken anrösten, dann werden sie wärmender.

 

Für alle Getreide gilt: Essen Sie sie immer in Kombination mit Öl, Butter bzw. Fett. Das macht sie besser verdaulich.

 

Wichtig ist:

Kosten Sie sich durch! Finden Sie Ihre persönlichen Favoriten und experimentieren Sie! Mögen Sie beispielsweise Quinoa nicht als alleinige Beilage wie Reis, können Sie von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren indem Sie einen Esslöffel voll unter ihren Reis mischen und mit kochen (das habe ich übrigens mit dem Reis am Foto gemacht). Dann ist der Geschmack kaum wahrnehmbar. Sie können beliebig mischen und variieren. Die Vielfalt ist entscheidend, um optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt zu sein.

 

Rezeptidee: Hirselaibchen, Milchreis

 

ZUM ABSCHLUSS:

In jedem Fall ist es wichtig, dass es uns gut geht, wir uns wohl fühlen, gelassen, energiegeladen und glücklich sind, dass wir uns um Körper und Psyche kümmern – nährstoffreiches Essen, ausreichend Bewegung und Psychohygiene. Körper und Psyche funktionieren immer als Einheit.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Interessante Literatur:

Praxisbuch Nahrungsmittel und Chinesische Medizin: Wirkungsbeschreibungen und Indikationen der im Westen gebräuchlichen Lebensmittel“ von Schweizerischen Berufsorganisation für TCM

"39 TCM Rezepte für dein Kind" (e-book) von Katharina Ziegelbauer