„Unser tägliches Brot gib uns heute...“ (Vater unser)

 

Gehören Sie zu einem der Haushalte in Österreich, in denen es immer Brot/Gebäck gibt? Essen Sie täglich ein bis zwei oder mehr Brotmahlzeiten? Morgens ein Honig- oder Käsebrot, mittags schnell ein belegtes Weckerl vom Bäcker und abends eine Jause, weil die Lust zum Kochen fehlt?

 

 

Unzählige Beispiele aus meiner Umgebung zeigen: Brot ist ein Hauptnahrungsmittel in Österreich und die Jause ist nicht wegzudenken. Ich selber habe früher auch hauptsächlich Brotmahlzeiten gegessen, weil es einfach praktisch war und mir die Lust zum Kochen gefehlt hat bzw. ich es kompliziert fand. Montag bis Freitag gab es Jause – toll zum Mitnehmen auf die Uni/in die Arbeit und abends noch einmal. Heute koche ich gerne und es tut mir irrsinnig gut. Brot gibt es natürlich auch noch, aber nicht mehrmals pro Tag. Außerdem achte ich auf gute Qualität. Das Brot, dass ich für meine Familie und mich kaufe muss OHNE Zusatzstoffe auskommen. Gebäck ist bei uns für besondere Anlässe reserviert.

 

Der Handel ist damit beschäftigt immer neuere, bessere und „gesündere“ Gebäcksorten (Chia-Weckerl, Frühlingsweckerl, Gartenweckerl, Energieweckerl, etc.) sowie Brotsorten (Sonnenblumenbrot, Krustenbrot, Buttermilchbrot, etc.) zu erfinden. Damit wird das Bild vom Brot als vollwertige Mahlzeit gestärkt und aufrecht gehalten.

 

In der TCM Ernährung spielt Brot wenig Rolle und sollte vor allem von Leuten mit Verdauungsproblemen nur in Maßen konsumiert werden. Brot ist schwer verdaulich und verschleimend. Es kann oft nicht ganz verdaut werden und die Reste belasten den Körper. In der TCM heißen diese Reste Feuchtigkeit. Brot erzeugt also nach TCM pathogene Feuchtigkeit, Schleim. Man merkt das an breiigen Stühlen und Blähungen. Gleichzeitig zur befeuchtenden Wirkung ist es für den Körper viel Arbeit Brot zu verdauen, also das Brot in eine körperwarme Suppe (siehe TCM Ernährung) zu verwandeln. Dadurch, dass das Brot keine eigene Feuchtigkeit hat, wirkt es im Magen trocknend. Thermisch gesehen ist es kühlend, weil der Körper es erst wärmen muss.

 

Aber was ist jetzt mit all den tollen Gebäckstücken und Spezialbroten? Sind die wirklich nicht gesund und als vollwertige Mahlzeit zu sehen?

 

Hier möchte ich auf eine ZDF Dokumentation – „Die Tricks der Lebensmittelindustrie“ – hinweisen (ab Minute 19:30 geht es um Brot). Schauen Sie und machen Sie sich ein Bild.

 

Zitat aus dem Film (für alle, die keine Zeit zum Schauen haben): „Nirgendwo kommen mehr Zusatzstoffe zum Einsatz als bei Brot….Bloß hängt das niemand an die große Glocke. Die Hersteller haben die Wahl: volle Transparenz oder trickreiche Zutatenlisten. Das Interessante ist: Auf der Etikette der Backwaren müssen nicht die ganzen Inhaltsstoffe (bis zu 45 Zutaten in einem Produkt) deklariert werden, sondern nur die Stoffe, die im Endprodukt noch wirksam sind…

 

Zusätzlich zu diesem eindeutigen Statement habe ich als heutiges Artikelbild einen schon älteren Artikel aus der Zeitung gewählt. Kurt Leitner hat eine Bäckerei in Bad Goisern. Er bereitet seine Ware ohne Backmischungen, frisch zu. Kaum ein Bäcker tut das mehr!

 

Die Antwort auf die oben gestellte Frage ist klar Nein! Die unzähligen Gebäckstücke und die meisten Brote enthalten heutzutage viele Zusatzstoffe – Zucker, Zuckeraustauschstoffe (Endung "-ose"), Pflaumenmus, etc. Außerdem enthalten die meisten Gebäckstücke und Brote keine natürlichen Zutaten wie richtige Eier, richtiges Mehl, etc. mehr. Mehl ist nur in Form von Fertigbackmischungen enthalten. Zusätzlich werden die meisten Brote und Gebäckstücke nur noch „frisch“ aufgebacken, sind also hoch verarbeitete, tiefgekühlte Produkte.

 

Fragen Sie sich einmal:

Wie geht es mir nach einer Brotmahlzeit? Bin ich nach einer Brotmahlzeit satt oder brauche ich um wirklich satt zu sein, noch ein paar Süßigkeiten? Wie geht es meinem Bauch nach einer Brotmahlzeit? Ist mir wohlig warm? Friere ich leicht und häufig?

 

Was ich Ihnen mit auf den Weg geben möchte mit meinem Artikel:

  1. Reduzieren Sie Brotmahlzeiten! Ihre Verdauung und Ihr Wohlbefinden werden sich bessern.
  2. Achten Sie genau auf die Zutatenliste und FRAGEN Sie nach, was wirklich ein frisch zubereitetes Brot ist! Oft bieten Supermärkte Brot von regionalen Bäckern an.
  3. Glauben Sie nicht alles, was die Werbung sagt!
  4. Suchen Sie sich eine Bäckerei Ihres Vertrauens, die keine Backmischungen verwendet!
  5. Sauerteigbrote sind leichter verdaulich als Hefeteigbrote. Ich empfehle Roggensauerteigbrote, weil Roggenmehl am leichtesten verdaulich ist, neben Dinkelmehl.
  6. Essen Sie Brot vorwiegend als Beilage zu gekochten Speisen wie Suppen, Eintöpfen, etc.! Das macht Brot viel bekömmlicher.
  7. Wenn Sie Brot als Hauptmahlzeit essen, dann weniger mit Käse oder/und Wurst, weil diese das Brot noch schwerer verdaulich machen und selber schwer verdaulich sind. BESSER: Gemüseaufstriche, Humus, Butter mit frischem Schnittlauch oder Bärlauch (nach Saison).
  8. Und ab und zu darf eine gute Jause sein. GENIESSEN hilft beim Verdauen! :)

 

Noch kleine Tipps für Alternativen:

  • Nehmen Sie sich ins Büro/die Arbeit das Essen vom Vorabend mit. Aufläufe schmecken beispielsweise auch kalt gut. (Fleischlaibchen lassen sich gut mitnehmen und mit einem Stück Brot oder einem Salat essen.)
  • Nehmen Sie sich ein Schüsserl Couscous mit Kräutersalz mit und übergießen sie ihn in der Arbeit mit kochendem Wasser! Dazu ein Spritzer Öl, einige Kichererbsen aus der Dose untermischen, ein bisschen frischer Paprika oder klein geschnittene Karotten und fertig. Das ist übrigens auch ein schnelles Abendessen.
  • Nehmen Sie sich in einer Thermoskanne eine selbst gemachte Gemüsesuppe mit. Durch die Suppe wird das Brot bekömmlicher.

 

ZUM ABSCHLUSS:

In jedem Fall ist es wichtig, dass es uns gut geht, wir uns wohlfühlen, gelassen, energiegeladen und glücklich sind, dass wir unsere Psyche mit positiven Gefühlen und Gedanken speisen. Wir müssen unseren Körper ausreichen bewegen und nährstoffreich essen. Wir müssen uns um Körper und Psyche kümmern, denn Sie sind eine Einheit und funktionieren als eine Einheit.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Vielleicht interessiert Sie auch mein Artikel: Grundbegriffe der TCM - Lebensenergie Qi.

 

Interessante Literatur:

Ernährung nach den Fünf Elementen.“ von Barbara Temelie

Darm mit Charme.“ von Giulia Enders