„Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“ (Arthur Schoppenhauer)

 

Heute gibt’s einmal einen reinen Theorie-Artikel. Er leitet eine Reihe von informativen, praktischen, nützlichen und tollen Artikeln ein :). Oft braucht es ein wenig Hintergrundinformation, damit man die in den nächsten Wochen folgenden Artikel und Empfehlungen besser für sich nützen kann.

Wussten Sie, dass 60-90% aller Arztbesuche in westlichen Ländern aufgrund von stressinduzierten Erkrankungen stattfinden? Dazu zählen übrigens nicht nur Kopfschmerzen oder Tinnitus, die landläufig als psychosomatische Stresskrankheiten abgestempelt werden. Dazu zählen ALLE PSYCHOSOMATISCHEN BESCHWERDEN und ALLE KÖRPERLICHEN Erkrankungen. Jeder Körper reagiert nämlich anders auf Stress – der eine mit Kopfschmerzen, der andere mit Rückenschmerzen, der nächste mit ständigen Infektionskrankheiten und der nächste mit Krebs oder auch Depressionen, Burn-out, Essstörungen, usw. Die Liste ließe sich wohl ins Unendliche verlängern.

 

Die westliche Medizin reagiert NATÜRLICH und VERSTÄNDLICHERWEISE mit westlicher Medizin und westlichen Behandlungsmethoden – Medikamente, Operationen, Strahlentherapie, etc. Selten, aber mittlerweile doch (DANKE dafür an alle ÄrztInnen, die es tun), wird PatientInnen auch eine Klinische- und GesundheitspsychologIn oder PsychotherapeutIn empfohlen (hier erfahren Sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede: VIDEO: Unterschied zwischen Klinischen- und GesundheitspsychologInnen & PsychotherapeutInnen???).

 

Die Naturheilkunde begegnet den Beschwerden je nach Richtung (Homöopathie, TCM, etc.) mit alternativen Behandlungsmethoden wie Akupunktur, pflanzlichen Arzneimitteln, etc.

 

Wir PsychotherapeutInnen und PsychologInnen arbeiten mit den KlientInnen und unterstützen sie dabei ihre Lebenszufriedenheit und Lebensqualität zu verbessern.

 

Daneben gibt es noch die Ernährungsberatung, die Physiotherapie, etc., die an diversen anderen Gesundheitsthemen arbeiten.

 

FAZIT: Jede Berufsgruppe werkelt für sich dahin und jede erzielt Erfolge – mehr oder weniger gute. Dauerhaft heilen wird keine Berufsgruppe irgendwelche Beschwerden. Warum? Das erkläre ich Ihnen hier in einem kurzen Exkurs dazu, was Gesundheit überhaupt bedeutet.

 

Was bedeutet überhaupt Gesundheit?

 

Laut WHO ist Gesundheit ein Zustand vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur die Abwesenheit von Krankheit. Verständlich erklärt befinden wir uns ständig auf einem Kontinuum zwischen Gesundheit und Krankheit. Stellen Sie sich Zahlen zwischen 1 und 10 vor – irgendwo dazwischen sind wir. Eins wäre knapp vorm Tod, 10 wäre vollkommen gesund in einem Schlaraffenland. An dieser Erklärung sehen Sie schon, dass vollkommenes Heilen eine fast unmögliche Aufgabe ist – irgendwas ist immer…

 

ZURÜCK ZUM THEMA: Gut, jetzt ist es so: Die Mind-Body Medizin oder auch Integrative Medizin ist in Amerika entstanden, woher auch die ersten Studien und Erfahrungen kommen. Mittlerweile wird auch in Deutschland, besonders in Essen, intensiv auf diese Art behandelt und geforscht.

 

DIE ERGEBNISSE SIND SENSATIONELL!!! Ich bin nicht eine, die unseriöse Aussagen treffen will und „sensationell“ ist vielleicht etwas aufgebauscht, aber trotzdem – ich finde es TOLL! :) Nicht nur die wechselseitige Beziehung zwischen Psyche (Mind) und Körper (Body), wie in der Psychosomatik kommt hier zum Tragen, sondern es wird noch eine weitere Säule dazu genommen – das Verhalten, sowie die direkte Wirkung von Gefühlen, Gedanken, Einstellungen, sozialen und spirituellen Aspekten und Verhaltensfaktoren auf die Gesundheit. Es geht nicht nur darum KRANKE Menschen GESUND zu machen, sondern auch, die GESUNDHEIT zur erhalten.

 

Bei der Mind-Body Medizin (kurz MBM) werden Menschen dabei unterstützt, stressreduzierendes Verhalten in den Alltag zu integrieren. Eine Umstrukturierung hin zu einem gesundheitsorientierten Lebensstil mobilisiert auch die Selbstheilungskräfte. Die Mind-Body Medizin integriert Schulmedizin und Naturheilkunde, um ein ressourcenorientiertes Programm für die PatientInnen bereit zu stellen, das sie optimal bei der EIGENAKTIVITÄT unterstützt.

 

Daten aus Deutschland belegen bislang bei rund 20.000 PatientInnen, dass sie in ihrem Alltag besser für sich sorgen können, weniger Medikamente brauchen, sich besser fühlen und eine höhere Lebensqualität empfinden. Die Kosten für einen stationären Aufenthalt, wie auch für die Tagesklinik, sind für die Krankenkassen GESUNKEN! Und das obwohl zusätzlich zum normalen Angebot TCM-ÄrztInnen und Co. eingebunden waren!

 

Für mich zeigt das sehr deutlich, dass nicht immer nur Medikamente/OPs/etc. der richtige Weg sind. Manchmal sind diese Methoden unumgänglich, aber trotzdem sollten sie immer von anderen Therapien begleitet sein. So können beispielsweise psychologische Beratung, Bewegungstherapie und Akupunktur die Heilungschancen von diversen Krebserkrankungen erhöhen. Selbst wenn es keine Heilung gibt, kann eine Verbesserung der Lebensqualität IN JEDEM FALL erreicht werden.

 

Diese eindrucksvollen Forschungsergebnisse zeigen, dass wir alle ZUSAMMENARBEITEN sollten! Ich wünsche mir für alle PatientInnen und auch für mich selber, dass sie und ich ganzheitlich betrachtet werden. Das ist auch der Grund, warum mich die TCM, die ich seit meiner Ernährungspsychologie-Ausbildung kenne, nie mehr losgelassen hat: weil die TCM den Mensch ganzheitlich sieht – körperliche und psychische Symptome gehen Hand in Hand.

 

Mit dieser Überzeugung arbeite ich: KÖRPER UND PSYCHE SIND EINS. Ich bin immer darauf bedacht, dass meine KlientInnen ihre Symptome auch medizinisch abklären lassen. Dann kann ich viel besser mit ihnen arbeiten.

Zwei Beispiele:

  • Was bringt es mir, wenn ich mit jemandem arbeite, der/die wegen eines Eisenmangels depressive Symptome zeigt? Natürlich kann ich ihre/seine Lebensqualität in gewissen Bereichen verbessern, aber die Müdigkeit und Erschöpfung wird allein aufgrund körperlicherGegebenheiten bestehen bleiben. Außer ich sehe mir auch die Ernährung an und kann mithilfe dieser etwas erreichen – Stimmung verbessern, Erschöpfungssymptome lindern, etc. Da kommt es allerdings auf den Grad des Eisenmangels an.
  • Was bringt es mir, wenn ich mit jemandem an seinem/ihrem Essverhalten und ihrer/seiner Ernährung arbeite, aber das Übergewicht von einer Schilddrüsenunterfunktion kommt und Bewegung aufgrund starker Rückenprobleme nicht möglich ist?

 

In beiden Fällen sollte ich als Psychologin zwar ein Glied in der Kette der Behandlung sein, aber nicht allein:

  • Im Fall eins kann ich die psychische und ernährungsbedingte Ursache für den Eisenmangel bearbeiten und so einem neuerlichen Mangel vorbeugen. Trotzdem muss ein Arzt/eine Ärztin den bestehenden Eisenmangel mittels Tabletten oder Infusionen beheben. Nur so werden ÄrztIn und KlientIn und ich dauerhaft Erfolg haben.
  • Im Fall zwei kann ich die psychische und ernährungsbedinge Ursache für die Rückenschmerzen bearbeiten und eine Gewichtsabnahme begleiten. Trotzdem muss ein Arzt/eine Ärztin eine Schilddrüsenmedikation indizieren und eventuell ein Physiotherapeut sich die Rückenschmerzen und Bewegungseinschränkung ansehen, damit ÄrztIn, KlientIn, PhysiotherapeutIn und ich dauerhaft Erfolg haben.
  • Und eventuell braucht es in beiden Fällen eine TCM-Ärztin, damit mithilfe von Akupunktur und Kräutertherapie der Körper schnell einmal aufgepäppelt wird, damit die KlientIn überhaupt die Kraft für eine Verhaltensänderung hat. Das geht natürlich auch medikamentös, aber nicht jeder will sich mit Chemie vollstopfen. Naturheilkunde bietet eine gute Alternative.

 

INTEGRATIVE MEDIZIN! MIND-BODY-MEDIZIN – ich liebe sie! Ich möchte Teil eines Ganzen sein, weil ich weiß, dass das Ganze nur so gut ist wie seine Teile.

 

  • In der Mind-Body-Medizin geht es um die Stärkung der eigenen Kräfte, der sogenannten Selbstheilungskräfte.
  • Es geht um die innere Haltung sich selbst gegenüber.
  • Es geht darum, sich selbst wieder wahrzunehmen, das zu finden was man selber jetzt im Moment benötigt.
  • Es geht um Achtsamkeit, um Ernährung, um Bewegung, um Entspannung und um Stressvermeidung bzw. Stressverarbeitung und um soziale Aspekte.
  • Es geht darum, die innere Kraft, die eigenen Ressourcen zu stärken, um mit Belastungen des alltäglichen Lebens besser fertig zu werden.

 

Gerne wird dies alles für gesunde Menschen auch unter der Bezeichnung „Gesundheitscoaching“ angepriesen. Ich biete psychologisches Gesundheitscoaching an. Dies ist möglicherweise auch für Firmen interessant.

 

In den Blog-Artikeln der folgenden Wochen werde ich die einzelnen Säulen der Mind-Body-Medizin näher erläutern. Es gibt vier Hauptsäulen, die unter dem Begriff BERN zusammengefasst werden und eine Nebensäule, in der andere wichtige Faktoren zusammengefasst werden. All diese Säulen sind fürs Gesund bleiben/Gesund werden notwendig:

 

ZUM ABSCHLUSS:

In jedem Fall ist es wichtig, dass es uns gut geht, wir uns wohl fühlen, gelassen, energiegeladen und glücklich sind, dass wir unsere Psyche mit positiven Gefühlen und Gedanken speisen. Wir müssen unseren Körper ausreichen bewegen und nährstoffreich essen. Wir müssen uns um Körper und Psyche kümmern, denn sie sind eine Einheit und funktionieren als eine Einheit.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich bitte! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Interessante Literatur:

"Der Selbstheilungscode: Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit" von Tobias Esch

"Stressbewältigung: Mind-Body-Medizin, Achtsamkeit, Selbstfürsorge" von Tobias Esch

"Mind-Body-Medizin" von Anna Paul

"Gesundheit ist Kopfsache" von Alexandra Stross