„Das Leben besteht in Bewegung.“ (Aristoteles)

 

Mein heutiger Artikel behandelt die zweite Säule des BERN-Modells aus der Mind Body Medizin. Wie Sie bereits wissen, geht es in der Mind Body Medizin nicht nur um Behandlung, sondern auch um die Vorbeugung von Krankheiten. Dabei bedient sich die MBM aller Ebenen menschlicher Gesundheit. Dazu zählen das Verhalten (siehe: MBM - BEHAVIOR (=stressreduzierendes Verhalten)), ausreichend Bewegung, Entspannung, MBM - NUTRITION (Genuss und gesunde Ernährung) und das soziale Dasein, sowie Glaube und Schlaf (Guten Abend, gute Nacht....)

Ich habe bereits in meinem Artikel „BEWEGUNG – darf/kann/muss/soll sein und TUT SOOOOOO GUT!!!“ erklärt, welche positiven Effekte regelmäßige Bewegung auf die Gesundheit hat. Kurzum regelmäßige Bewegung erhöht die Leistungs- und Erholungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden. Genauso erfahren Sie in diesem Artikel wie viel Bewegung für die Gesundheit sein sollte und in welcher Intensität. „Fit für Österreich“ empfiehlt zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit:

  • 2 ½ Stunden pro Woche mit mittlerer Intensität oder 1 ¼ Stunden bei hoher Intensität.
  • Die Aktivität sollte auf möglichst viele Tage der Woche verteilt werden und mindestens 10 Minuten am Stück dauern.
  • Der Bewegungsumfang kann auf 5 Stunden pro Woche bei mittlerer Intensität und 2,5 Stunden bei hoher Intensität ausgedehnt werden.

 

Einfacher ist die Empfehlung von Tobias Esch in seinem Buch „Der Selbstheilungscode“: 30 Minuten zusätzliche, durchgehende Bewegung täglich. Also zum Beispiel ein extra Spaziergang, eine Laufrunde oder eine Yogaeinheit zusätzlich zum normalen Tagesablauf. Andere Sportwissenschaftler halten sich daran 10.000 Schritte an mindestens 5 Tagen pro Woche zu empfehlen. Dafür brauchen Sie allerdings einen Schrittzähler und müssen sich immer wieder damit auseinandersetzen, was in Ihnen/mit Ihnen passiert, wenn Sie die Schritte nicht erreichen. Es gibt einfach Tage, da schafft man die 10.000 Schritte nicht. Was löst das in Ihnen aus? Geben Sie nach 2-3 Tagen auf und machen gar nichts mehr? Fühlen Sie sich gestresst, wenn Sie Ihr Ziel nicht erreichen? Etc. Deshalb empfehle ich einen Schrittzähler weniger.

 

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden – zusammenlaufen tut alles bei guten 3-5 Stunden Sport/Bewegung pro Woche – flotter Spaziergang, Yoga, Laufen, Radfahren, Klettern, etc. Die Meinungen gehen übrigens auch auseinander, wenn es darum geht welche Sportart empfohlen wird – Ausdauer- oder Krafttraining. Früher wurde beides empfohlen. Eine neuere Studie konnte zeigen, dass es durchaus sehr individuell ist, was jemandem gut tut. Das Ergebnis der Studie war, dass bei manchen Menschen Krafttraining zu einer Verbesserung der Leistung, einer Stärkung des Immunsystems, der Motivation, usw. führt. Bei anderen Menschen hingegen hat Krafttraining den gegenteiligen Effekt, macht noch müder, kraftloser, schwächt das Immunsystem und ist eine Qual. Diese profitieren allerdings von Ausdauertraining und umgekehrt.

 

Ich habe mich sehr über die Studie gefreut, weil sie für mich wieder zeigt – JEDER MENSCH IST EINZIGARTIG und es gilt herauszufinden, was dem jeweiligen Menschen in seiner individuellen Lebenssituation gut tut. Dafür ist es wichtig auf seinen Körper zu hören und diesen wahrzunehmen. In meinem Blog-Artikel „Welche Bewegung passt für Sie?“ bekommen Sie wertvolle Tipps dafür die passende Bewegungsart für Sie zu finden.

 

So und nun möchte ich Ihnen noch eine Übung vorstellen, die Ihnen helfen kann sich zu bewegen, auch wenn Ihnen Steine in den Weg gelegt werden. Es ist durchaus menschlich, dass sich unseren Vorhaben Hindernisse in den Weg stellen. So wollte man Laufen gehen und es schüttet wie aus Kübeln oder man wollte zum Yoga und der Mann kommt mit dem Auto nicht nach Hause, zu Fuß wäre es zu weit oder durch die Tätigkeit als Vollzeitmama ist man sowieso ständig auf den Beinen und fühlt sich zu energie- und kraftlos für Sport oder ein Infekt kündigt sich an und der dauert dann mindestens eine Woche, in der man auch nicht so richtig durchstarten kann, usw. usw. Ich bin sicher Sie kennen die vielen Hindernisse auf dem Weg zur regelmäßigen Bewegung.

 

Was können Sie also tun? Am besten Sie öffnen ein Word Dokument und machen eine Tabelle mit drei Spalten. Die erste Spalte enthält Ihr Ziel/Ihr Vorhaben. Die zweite Spalte enthält das mögliche Hindernis und in der dritten Spalte halten Sie Gegenmaßnahmen fest. Anbei ein Beispiel:

 

MEIN ZIEL/MEIN VORHABEN HINDERNIS GEGENMASSNAHMEN
3 Mal die Woche 30 Minuten laufen Erschöpfung/Müdigkeit nach dem langen Arbeitstag
  • Früher aufstehen und bereits morgens eine Runde laufen
  • Während des Tages bereits eine Runde laufen
  • Statt Laufen ein schneller Spaziergang
  • Mit einer Freundin verabreden und dabei tratschen
  Regen
  • Regenkleidung kaufen
  • Sich auf die Dusche danach freuen
  • Im Fitnessstudio trainieren
  • Stattdessen eine Aerobic-Einheit mit einem Youtube Video
  Infekt kündigt sich an
  • Hier ist es ganz wichtig, auf seinen Körper zu achten - entweder sofort ins Bett (bei Fieber sowieso) oder vielleicht ein kleiner Spaziergang an frischer Luft - Spazierengehen geht auch während eines Infektes ohne Fieber - eine leicht Yoga-Einheit vorzugsweise Atemyoga und gleich nach dem Infekt wieder beginnen.
  Keine Kinderbetreuung
  • Youtube-Aerobic-Video geht auch, wenn die Kinder abends im Bett sind oder bei braven Kindern tagsüber
  • Sport mit Kindern - Trampolin hüpfen, Kinder mit dem Rad fahren lassen und daneben herlaufen - Laufen mit Kinderwagen
  Usw. Usw.

 

Sie sehen, es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, wie man Hindernisse umgehen kann. Es braucht natürlich Offenheit und Kreativität. Manchmal hilft eine Beratung dabei, Alternativen zu sehen, auf die man selber nicht gekommen wäre.

 

ZUM ABSCHLUSS:

In jedem Fall ist es wichtig, dass es uns gut geht, wir uns wohl fühlen, gelassen, energiegeladen und glücklich sind, dass wir uns um Körper und Psyche kümmern – nährstoffreiches Essen, ausreichend Bewegung und Entspannung sind das Um und Auf.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Interessante Literatur:

"Der Selbstheilungscode: Die Neurobiologie von Gesundheit und Zufriedenheit" von Tobias Esch

"Stressbewältigung: Mind-Body-Medizin, Achtsamkeit, Selbstfürsorge" von Tobias Esch

"Mind-Body-Medizin" von Anna Paul

"Gesundheit ist Kopfsache" von Alexandra Stross