„Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt.“ (Moshe Feldenkrais)

 

Alle Menschen, Sie und ich, haben das natürliche Bedürfnis sich zu bewegen und brauchen regelmäßige Bewegung um gesund zu bleiben. Manchmal haben wir uns so lange nicht bewegt, dass es uns gar nicht mehr abzugehen scheint. Doch unser Körper ist sensibel und zeigt uns, dass ihm etwas fehlt. Die Frage ist eher, ob wir ihn hören. Er entwickelt mehr oder weniger intensive Symptome wie hohen- oder niedrigen Blutdruck, häufige grippale Infekte, Verstopfung, Gallensteine, Rückenprobleme, Haltungsschäden, Schlafstörungen, geringe Stresstoleranz, geringes Selbstwertgefühl, Ängste, Spannungen, negative Verstimmungen bis hin zur Depression, Gewichtsproblemen und auch Schlaganfall oder Herzinfarkt.

 

Folglich wird deutlich, dass körperliche Aktivität, Gesundheit und Lebensqualität eng miteinander und untrennbar verbunden sind.

 

Wir in der westlichen Industriegesellschaft bewegen uns im Allgemeinen zu wenig. Das liegt vor allem an unserem modernen Lebensstil mit viel sitzenden Tätigkeiten wie Zeit vorm Computer (Arbeit, Spielen, Internet surfen) und Fernseher. Ein weiterer Grund sind natürlich die mobilen Fortschritte, die es möglich machen, mit dem Auto von Haustür zu Haustür zu fahren, sowie die Rolltreppe oder den Lift statt der Stiegen zu benutzen. Dazu kommt natürlich die Doppel- und Dreifachbelastung, hohe Anforderungen im Beruf und Stress, wohin das Auge reicht –und an „Ausreden“ mangelt es den meisten nicht: Keine Zeit, mein Knie tut derzeit weh, mein Kreuz tut weh, mein Arzt sagt besser später (wobei es hier viele Studien gibt, die Ärzte kritisieren, weil Bewegung die Heilungschancen bei JEDER Erkrankung verbessert, während Schonung die Symptome verschiebt oder verschlechtert), in der Früh komm ich nicht auf, abends kann ich nicht einschlafen, ich muss meine Tante pflegen oder auch mein kleiner Zeh möchte heute lieber Zeitung lesen…“

 

Doch Sport ist gesund und tut uns gut und in kürzester Zeit ist die richtige Art Bewegung nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Glauben Sie mir, Sie müssen nur Ihre Bewegung/Ihrem Sport finden.

 

Warum ist Sport so gesund?

 

Eine Vielzahl an Studien zeigt: Regelmäßige Bewegung…

  • …stärkt das Herz-Kreislauf-System: Die Herz-Kreislauffunktion wird verbessert (zeigt sich in niedrigerem Puls bei gleicher Belastung wie früher), der Blutdruck wird normalisiert, die Durchblutung verbessert sich und es sinkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.
  • …stärkt das Immunsystem: Durch die Bewegung werden Immunzellen aktiviert und man wird widerstandsfähiger gegen Infektionskrankheiten. Außerdem sinkt das Risiko für gewisse Krebsformen wie Brust- oder Darmkrebs.
  • … verbessert die Verdauung und den Stoffwechsel: Die Darmtätigkeit wird angeregt, was bei Verstopfung gut hilft, Gewichtsprobleme verschwinden und Cholesterin- wie auch Blutzuckerstoffwechsel werden positiv beeinflusst.
  • …stärkt den Körper/der Muskulatur: Rückenprobleme verschwinden, Beweglichkeit und Belastbarkeit der Gelenke sowie und die Knochendichte werden erhöht (beugt Osteoporose vor).
  • …hat äußerst positive Wirkung auf die Psyche: Schlafstörungen nehmen ab/verschwinden (also die Schlafqualität verbessert sich), das Selbstwertgefühl erhöht sich, die Stimmung verbessert sich, Ängste werden reduziert und sogar schwere Depressionen werden mit regelmäßigem Sport verbessert (in manchen Studien sogar geheilt).
  • …hat noch ganz viel mehr Wirkungen – zum Beispiel: Durch die bessere Gehirndurchblutung wird die Aufmerksamkeit und Lernfähigkeit erhöht, Kopfschmerzen verringern sich, die Stresstoleranz wird durch die verringerte Ausschüttung von Stresshormonen erhöht, der Alterungsprozess wird verzögert, etc.

 

Also um es kurz und bündig zu sagen: Regelmäßige Bewegung erhöht die Leistungs- und Erholungsfähigkeit sowie das Wohlbefinden.

 

Wie viel Bewegung sollte man machen?

 

Für Erwachsene empfiehlt „Fit für Österreich“ zur Förderung und Erhaltung der Gesundheit:

  • 2 ½ Stunden pro Woche mit mittlerer Intensität oder 1 ¼ Stunden bei hoher Intensität.
  • Die Aktivität sollte auf möglichst viele Tage der Woche verteilt werden und mindestens 10 Minuten am Stück dauern.
  • Der Bewegungsumfang kann auf 5 Stunden pro Woche bei mittlerer Intensität und 2,5 Stunden bei hoher Intensität ausgedehnt werden.

 

Was versteht man unter „mittlerer“ und „hoher“ Intensität?

 

Grundsätzlich bedeutet „niedrige“ Intensität oder auch Basisaktivität genannt die täglichen Aktivitäten, die keine Anstrengung brauchen wie Stehen, langsames Gehen, Treppen hinunter gehen, Kochen, einfache Putztätigkeiten oder das Tragen von geringer Last. Personen, die nur Basisaktivitäten ausführen gelten als „inaktiv“ und damit gesundheitlich am meisten gefährdet.

 

Gesundheitsfördernde körperliche Aktivitäten haben einen höheren Energieverbrauch als die alltäglichen Aktivitäten und können unter Umständen zu Bewegung „mittlerer“ Intensität gezählt werden, reichen allein aber nicht aus. Dazu zählen zum Beispiel Tanzen, intensive Gartenarbeit (Bücken, Aufstehen, Umgraben, schweres Heben, etc.), Herumtollen am Spielplatz oder auch zügiges Spazierengehen.

 

Sportliches Training bezeichnet eine geplante, zielorientierte Bewegung welche mit „mittlerer“ oder „hoher“ Intensität ausgeführt werden kann. Zu „mittlerer“ Intensität gehören Sportarten wie Tanzen, Schwimmen, Aquagymnastik, Walken, Wandern oder auch Radfahren mit durchschnittlichem Tempo.

 

Sportliches Training bei hoher Intensität meint Sportarten wie Mountainbiken, Langlaufen, Skifahren, Skitouren, Volleyball, Fußball, zügiges bergauf Walken, Laufen und Aerobic. Diese Art Training birgt das Risiko von Belastungsschäden und sollte nur bei guter Gesundheit ausgeführt werden.

 

Ganz einfach ausgedrückt, Training bei mittlerer Intensität lässt eine Unterhaltung zu und fordert einen erst bei längerer Dauer. Nach einem Training bei hoher Intensität braucht man körperlich nach kürzerer Zeit eine Pause, Gespräche sind schwerer möglich und man fühlt sich ein Stück weit „ausgepowert“.

 

Wichtig ist:

Sport ist zwar kein Allheilmittel für Gesundheit und Wohlbefinden, aber ein wichtiges Element ohne das es nicht geht. Sport wirkt sich positiv aus. Personen berichten nach körperlicher Aktivität bessere Laune und mehr Selbstbewusstsein zu haben. Bei längerem Training über mehrere Wochen stellt sich eine Besserung des Gesamtbefindens ein. Der Effekt ist übrigens bei Männern und Frauen gleich.

 

ZUM ABSCHLUSS:

In jedem Fall sind Körper und Psyche eine Einheit und damit es beiden – ergo uns – gut geht ist es wichtig, nährstoffreich zu essen, sich ausreichend zu bewegen und viele Dinge, die einem gut tun in den Alltag zu integrieren.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Ich empfehle Ihnen auch meine anderen Artikel zum Thema Bewegung: Welche Bewegung passt für Sie? und MBM - EXERCISE (=ausreichend Bewegung) und den Blog-Artikel über "Ernährung nach TCM".

 

Interessante Literatur:

Spiegel Wissen 2/2015: Bewegung!

Nationaler Aktionsplan Bewegung“ - http://bmg.gv.at/home/Nationaler_Aktionsplan_Bewegung