„Jeder Frühling trägt den Zauber eines Anfangs in sich.“ (Monika Minder)

 

Gerade ist der Frühling gekommen. Alles ist saftig grün. Die Natur erwacht zum Leben, genauso wie wir. Jedes Jahr nach dem langen Winter freuen wir uns über die ersten Sonnenstrahlen und bekommen Lust auf Bewegung, Spaziergänge, Sitzen in der Sonne und frische Frühlingskräuter.

 

Frühling in der TCM (13.02.-26.04.)

 

Die TCM hat den Frühling einem der fünf Elemente (auch fünf Wandlungsphasen) zugeordnet. Mehr zu den fünf Wandlungsphasen erfahren Sie im Artikel 5 Elemente in der TCM. Der Frühling gehört zum Holz-Element und ist ein Zeichen für Neuanfang. Umgelegt auf die Lebenszeit eines Menschen ist es die Zeit der Geburt und der Kindheit. In dieser Zeit wächst alles und sprüht vor neuen Ideen. Die Tageszeit ist der Morgen, wenn die Sonne im Osten aufgeht.

 

Dem Element Holz werden die Organe Leber und Gallenblase zugeschrieben. Die Leber ist die kreative Kraft, die Wachstum entstehen lässt. Sie entwickelt Visionen und Pläne, ist voller Tatkraft und Motivation. Ob ein Plan umgesetzt wird, entscheidet die Gallenblase. Anders gesagt, wenn die Leber und die Gallenblase gut arbeiten, hat man ein ausgeglichenes Maß an Durchsetzungsvermögen und Entscheidungskraft. Man kann sein eigenes Potential verwirklichen.

 

Eine Erkrankung der Leber entsteht oft aufgrund eines von außen aufgezwängten Lebensstils oder „aus Vernunft“ nicht gegangenen Lebensweges oder starrer Lebenskonzepte. Außerdem wirkt sich Stress ganz schlecht auf die Leber aus. Gesundes Holz wächst gerade und zielstrebig nach oben, ist aber nicht aggressiv, lässt notwendige Verästlungen zu und braucht gewisse Zeit.

 

Wenn die Leber gestört oder blockiert ist, kommt es entweder zu ärgerlichem, launischem oder frustriertem oder aber zu einem sehr chaotischen, planlosen und entscheidungsschwachen Benehmen. Mangelnde Durchsetzungsfähigkeit und Kraftlosigkeit bestimmen den Alltag, Stimmungsschwankungen stehen im Vordergrund.

 

Auf körperlicher Ebene zeigen sich „Leber-Probleme“ vor allem an den Augen (ein Sprichwort besagt: Die Leber öffnet die Augen.) Symptome einer schwachen Leber können sein:

  • Trockene Augen (durch viel Arbeiten am PC oder in trockenen Räumen)
  • Nachtblindheit bzw. schlechtes Sehen bei Nacht
  • Verschwommenes Sehen
  • Schwindel
  • Vergesslichkeit
  • Schlafstörungen in Form eines unruhigen Schlafes (Erwachen zwischen 1:00 – 3:00 Uhr nachts, weil in dieser Zeit die Leber arbeitet)
  • Blasse Gesichtsfarbe
  • Muskelschwäche mit Krampfneigung oder Zittern bis hin zu Taubheitsgefühl
  • Brüchige und blasse Haare und Nägel
  • PMS
  • Menstruationsbeschwerden: schmerzhafte Menstruation oder auch Ausbleiben der Regelblutung oder schwache Regelblutung
  • Reizbarkeit
  • Innere Unruhe
  • Depression
  • Wut
  • Zorn
  • Druckgefühl im Bereich der Rippen
  • Häufiges Seufzen
  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Kalte Hände und/oder Füße
  • Verspannungen

 

Ernährung & Holz-Element

 

Dem Element Holz ist der Geschmack sauer zugeordnet. Sauer zieht zusammen, leitet die Energie nach innen und hält Körpersäfte im Körper. Bei starkem Schwitzen können Lebensmittel aus dem Element Holz helfen, weil sie die Körpersäfte – hier den Schweiß – im Körper halten.

 

Bei einem der oben genannten Beschwerden oder zur Unterstützung einer westlichen oder östlichen Behandlung ist die Ernährung ein wichtiger Grundpfeiler, um Besserung zu erreichen und damit es dauerhaft zu einer Beschwerdefreiheit kommen kann. Wenn Sie eines oder mehrere der oben genannten Symptome an sich beobchten, sollten sie regelmäßig saure Nahrungsmittel zu sich nehmen. Ein bisschen saurer Geschmack entspannt die Leber. Wenn man allerdings zu viel davon isst, kommt es zu noch mehr Leberspannung. Was zu viel ist, ist sehr individuell. Für manche Menschen ist ein Joghurt am Tag zu viel, andere können auch noch Salat mit Essig essen. Hören Sie dabei auf Ihren Körper und Ihr Befinden. Ein Esslöffel Joghurt im Salatdressing und ein bisschen Kresse über das Essen gestreut oder ein Brot mit Butter und frischem Bärlauch ist im Normalfall kein Problem.

 

Vorsichtig sein sollten Sie allerdings, wenn Sie folgende Symptome haben:

  • Feuchtigkeitsprobleme wie Ödeme, Übergewicht, Zysten, Tumore, Akne,…
  • Verschleimung (häufiger Schnupfen)
  • Akute Erkrankung – Beginn von Erkältungen, weil „sauer“ hält den Krankheitserreger im Körper
  • Magenbeschwerden

 

Um die Leber zu stabilisieren ist es wichtig, die Mitte zu stärken, also wärmende Speisen aus dem Erdelement zu essen (siehe auch "Ernährung nach TCM"). Diese sollte man mit frischem Grün (alles was es im Frühling gibt: Bärlauch, Spinat, Löwenzahn,…) und ab und zu einem Spritzer Essig oder Zitrone genießen. Auch gekeimte Samen über Aufläufe oder Eintöpfe gestreut schmecken lecker.

 

Zum Holz Element zählen beispielsweise:

  • Wärmend: Grünkern, Essig, Huhn, frische Petersilie, etc.
  • Neutral: Dinkel, Couscous, Himbeere, etc.
  • Kühlend: Weizen, Kresse, Sauerkraut, Heidelbeere, Kirsche, Topfen, etc.
  • Kalt: Tomate, Zitrone, Joghurt, etc.

 

Ernährung im Frühling

 

Im Frühling sind frische Kräuter wie Bärlauch, Kresse, Löwenzahn und alle grünen Gemüsesorten empfehlenswert. Außerdem bringen Gemüsesorten wie Radieschen, Rettich oder Kohlrabi das Qi zum fließen und lösen so Leber-Qi-Stagnationen (siehe Blog Artikel "Grundbegriffe der TCM - Lebensenergie Qi").

 

Probieren Sie auch einen Tee aus Primeln (1TL mit 200ml Wasser aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen). Dieser hilft schleimlösend gegen Husten, beruhigend/entspannend und schlaffördernd, schmerzstillend und bei Rheuma. Ein paar Gänseblümchenblätter über das Essen gestreut sehen lustig aus und unterstützt beim verschleimtem Husten, Appetitlosigkeit, Erkrankungen der Atemwege, Anregung des Stoffwechsels oder auch Schmerzen der Mutterbänder in der Schwangerschaft. Übrigens: Vor allem Kinder sprechen sehr gut auf die geringe Menge an Wirkstoffen an. Es ist eine sehr sanfte Unterstützung gegen die genannten Beschwerden. :)

 

Also:

Im Frühling erwacht alles zum Leben und will auf den Sommer vorbereitet werden. Essen mit vielen frischen Zutaten, die überall wachsen; Bewegung an frischer Luft; Frühjahrsputz für die Wohnung/das Haus; Frühjahrsputz für die Gedanken (lesen sie auch: Achtsamkeit - Das große Modewort... – Unternehmungen im Freien und Zeit für Hobbies, die Ihnen Spaß machen und Energie geben. Die Devise lautet: HINAUS in die Natur! :)

 

ZUM ABSCHLUSS:

Gerade im Frühling steht alles auf Aufbruch, Neubeginn und Energie. Jetzt ist die richtige Zeit um seinen Körper und seine Seele zu nähren, um energiegeladen und glücklich zu sein. Körper und Seele sind eine Einheit – viel Spaß beim Nähren von beidem :).

 

Falls Sie nähere Informationen zu der Emotion des Elements Holz brauchen, lesen Sie hier weiter: Wut und Schweinsbraten ;)

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Vielleicht interessieren Sie auch mein Artikel über Bewegung - darf/kann/muss/soll sein, Sommer nach TCM oder Herbst nach TCM.

 

Interessante Literatur:

Ernährung nach 5 Elementen“ von Barbara Temelie

Die Fünf Wandlungsphasen Studienausgabe“ von Klaut-Dieter Platsch