„Sport ist Mord.“ ODER ETWA NICHT???

 

Überall liest man darüber wie gesund und gut Sport ist. Ich habe auch bereits einen Artikel darüber geschrieben, der Sie motivieren soll, Sport zu treiben, weil Bewegung einfach gut tut.

 

In diesem Artikel möchte ich Ihnen helfen, eine Sportart zu finden, die zu Ihnen passt und die Ihnen gut tut. Es ist nämlich so: Wenn auch Laufen noch so gut für die Gesundheit ist, es ist nicht für jeden geeignet. Genauso wenig wie Yoga oder das Fitnessstudio. Damit man dabei bleibt, muss man finden, das zu einem persönlich passt.

 

Mein Ziel ist es, SIE DAUERHAFT für Sport bzw. Bewegung zu begeistern. Bewegung soll ein fixer Bestandteil in Ihrem Leben werden. Dafür muss er allerdings einfach zu Ihrer Lebenssituation und für Sie passen.

 

Deshalb einige Grundregeln:

 

REGEL NUMMER 1: WÄHLEN SIE EINEN SPORT, DER ZU IHREM LEBEN/IHRER LEBENSSITUATION PASST!

 

Wenn Sie gerade schwanger sind, ist Mountainbiken vermutlich nicht für Sie geeignet. Abgesehen von der Verletzungsgefahr für Sie und Ihr Baby, hätten Sie vermutlich keinen Spaß dabei, weil der Bauch bei jedem Tritt im Weg wäre ;). Walken ist dann eine gute Alternative.

 

Wenn Sie gerade eine Knie OP hinter sich haben und gleich danach zu laufen beginnen, schadet es Ihnen mehr, als es bringt und verursacht vermutlich Schmerzen. Für Sie ist die erste Anlaufstelle Ihr Physiotherapeut, der Sie berät, welche Übungen und welche Bewegungen für Sie ratsam sind.

 

Wenn Sie den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen und anschließend in einen ruhigen Entspannungskurs gehen, wird Sie das womöglich nicht so entspannen, wie Sie es sich erhoffen. Da wäre vielleicht ein Power-Yoga-Kurs oder eine Aerobic Stunde passender zum Abschalten.

 

Wenn Sie seit 20 Jahren keinen Sport gemacht haben, könnte ein Yogakurs ein idealer Einstieg für Sie sein. Ein Aerobic Kurs würde Sie eventuell überfordern.

 

Wenn Sie vor zwei Wochen ein Kind geboren haben, sollten Sie sich auf kleine Spaziergänge und Rückbildungsübungen, die Ihnen Ihre Hebamme empfohlen hat beschränken, um Ihrem Körper Zeit zur Regeneration zu geben.

 

Wenn Sie mit einer Doppel- und Dreifachbelastung mit Kindern, Job und Haushalt kämpfen, kann ein zusätzlicher Kurs oder zusätzliche Zeit für Skitouren zum Stressfaktor werden. In diesem Fall ist es sinnvoller, Bewegung in Ihren Alltag, je nach Alter der Kinder einzubauen: Fangenspielen im Garten, eine kurze Aerobic CD zu Hause, eine Walking Runde, wenn die Kinder im Bett sind, viele Erledigungen zu Fuß machen, den Wald erkunden, Wandern, kurze Radtouren, Schwimmen oder Aqua-Gymnastik während die Kinder plantschen. Die Kinder werden älter und dann ist wieder etwas anderes möglich.

 

ALSO stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wie sieht mein Leben derzeit aus? Welcher Sport passt zu meinen Gegebenheiten? (Es hilft nicht, wenn sie Sporttauchen möchten, aber weit und breit kein See ist.)
  • Wie fit bin ich? Was passt zu meinem Trainingsniveau?
  • Was brauche ich? Entspannung oder Auspowern, Natur oder ein Fitnessstudio,…
  • Wie viel Zeit will ich investieren bzw. wie viel Zeit kann ich investieren?
  • Wie viel Geld möchte ich bzw. kann ich ausgeben? Es gibt billigere und teurere Fitnessstudios, genauso wie billigere Moutainbikes und teurere oder Sportarten wie Laufen oder Walken, die kaum Geld kosten im Vergleich zu anderen.

 

REGEL NUMMER 2: BEGINNEN SIE LANGSAM!

 

Wichtig ist, dass Sie sich anfangs nicht überfordern. Wenn Sie sich eine Sportart gewählt haben, dann sollten Sie entsprechend Ihrem Trainingsniveau damit beginnen.

 

Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie beschließen Laufen zu gehen, seit drei Jahren keinen Sport gemacht haben und eine 1 Stunden Runde wählen. Sie werden schnaufen, sich schinden, keinen Spaß haben, am nächsten Tag vor Muskelkater kaum gehen können und folglich die Laufschuhe sofort wegräumen. Sie bestätigen sich selbst, dass Sport Mord ist.

 

Wenn Sie zu laufen beginnen, dann langsam, eine kurze Runde, dazwischen immer wieder gehen und beim nächsten Mal vielleicht schon weniger gehen, usw.

 

WICHTIG IST:

Wenn Sie etwas beginnen, soll es Ihnen in erster Linie Spaß machen. Sie sollen dabei vielleicht ein bisschen schwitzen und Ihr Herz darf etwas schneller schlagen, aber Sie sollen nach einer Sporteinheit nicht total erschöpft sein. Alles mit Maß und Ziel. Sie werden sich mit der Zeit automatisch steigern.

 

REGEL NUMMER 3: MACHEN SIE VERSCHIEDENE SPORTARTEN!

 

Es ist immer wichtig, dass man mehrere Alternativen hat und zwar weil…

  1. …man nicht jede Sportart immer ausführen kann. So gibt es Sommer- und Winter-, sowie ganzjährige Sportarten. Es gibt welche, die bei Regen nicht so geeignet sind und welche, die bei großer Hitze zu vermeiden sind. Wenn Sie verschiedene Sportarten betreiben, finden Sie IMMER eine Möglichkeit sich zu bewegen.
  2. …man bei jeder Sportart andere Muskelgruppen und andere Fertigkeiten wie Ausdauer oder Flexibilität trainiert.
  3. …einem bestimmt langweilig wird, wenn man dreimal pro Woche genau das Gleiche macht über Jahre und Jahrzehnte hinweg.

 

ALSO: Verschiedene Sportarten zu betreiben macht Sie unabhängig von der Jahreszeit, dem Wetter, ist spannender und interessanter und trainiert den ganzen Körper.

 

REGEL NUMMER 4: WÄHLEN SIE SPORTARTEN, DIE ZU IHNEN PASSEN!

 

Was macht Ihnen Spaß? Sind Sie ein Läufer oder eine Läuferin? Gehen Sie gerne auf Berge? Fahren Sie gerne mit dem Rad? Fahren Sie lieber auf der Straße oder in die Berge? Machen Sie gerne Mannschaftssportarten wie Volleyball oder Fußball? Sind Sie lieber alleine oder mit anderen zusammen? Sind Sie gerne in der Natur?

 

Es gibt ganz unterschiedliche Typen und für jeden Typ gibt es Möglichkeiten sich zu bewegen! UND ALLES IST OKAY!

 

Wichtig ist, dass Sie finden, was zu Ihnen passt.

 

Ich möchte Ihnen ein kurzes Beispiel aus meinem persönlichen Leben erzählen, damit es deutlich wird, was ich meine: Ich laufe gerne, um den Kopf frei zu bekommen. Es entspannt mich und ich genieße es das Tempo zu bestimmen – mal langsamer, mal schneller, durch den Wald, auf der Wiese, mal 30 Minuten, mal 45 Minuten, etc. Mein Mann hat das Laufen in etwa 35 mal in seinem Leben begonnen, um es nach ein oder zwei Wochen wieder aufzugeben, weil es ihm einfach zu langweilig war und er kein gutes Gefühl dabei entwickeln konnte. Er spielt dafür für sein Leben gerne Volleyball. Da hat er Spaß und fühlt sich danach rundum entspannt und wohl. Wir machen beide Bewegung, aber wir brauchen unterschiedliche Dinge dabei – er den Siegeswillen, die Mannschaft, ich die Ruhe und Zeit für mich.

 

Es gibt unzählige Sportarten. Auf dem öffentlichen Gesundheitsportal Österreich können Sie alles über diverse Sportarten lesen: Ganzjährige Sportarten, Spielsportarten, Wintersport und über Grundlagen des Trainings:

 

Sie werden ganz bestimmt fündig. :) Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute und viel Freude beim Ausprobieren von Bewegung und Sport in Ihrem Alltag.

 

ZUM ABSCHLUSS:

Wichtig ist, dass Sie Sport treiben, welchen auch immer. Sport bzw. Bewegung ist maßgeblich daran beteiligt, dass es uns gut geht, wir uns wohl fühlen, energiegeladen und gelassen sind. Bewegung wirkt auf Körper und Psyche.

 

Bei Fragen oder auch, wenn Sie sich schwer dabei tun, eine passende Sportart für sich zu finden oder dauerhaft Bewegung in Ihr Leben zu integrieren, kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

Lesen Sie auch meinen Artikel darüber, die Sie mit Ihren "Ausreden" und "Hindernissen" bzgl. Bewegung umgehen können: MBM - EXERCISE (=ausreichend Bewegung)

 

Interessante Literatur:

Sportpsychologie: Ein Lehrbuch in 12 Lektionen“ von Dorothee Alfermann

Gesundheitsförderung durch Sport und Bewegung bei Jugendlichen“ von Andrea Paletta