„ICH WÜNSCHE EIN WUNDERSCHÖNES, GESUNDES, POSITIVES, GLÜCKLICHES SONNENJAHR 2017.“ 

 

Ich persönlich finde Neujahrsvorsätze nicht sonderlich sinnvoll. Die meisten Menschen nehmen sich etwas vor, das sie nach einem Monat oder spätestens zwei vergessen haben. Sie dürfen mich hier aber nicht falsch verstehen –Vorsätze sein Leben gesünder, positiver, etc. zu gestalten find ich gut. Ich habe nur ein Problem damit, dass es zu Neujahr sein muss. Druck und Zwang bringen nichts.

 

Über die Jahre habe ich festgestellt, dass es drei Gruppen von Menschen gibt, die Neujahrsvorsätze machen.

 

Gruppe 1:

Diese Gruppe formuliert Neujahrsvorsätze sehr allgemein und wenig konkret. Beispiele:

  • Ich möchte mehr für meine Gesundheit tun. (Gedanke meinerseits dazu: Wie kann ich mir das vorstellen? Was heißt überhaupt Gesundheit für Sie? Was müssen Sie ändern um gesünder zu leben? Etc.)
  • Ich möchte mehr Sport machen. (Gedanke meinerseits dazu: Welchen Sport? Was bedeutet Sport für Sie? Wo leben Sie? Wie sieht Ihr Leben aus? Etc.)

 

Gruppe 2:

Diese Gruppe formuliert gleich 10 oder 20 Neujahrsvorsätze. Beispiele:

  • Ich möchte weniger rauchen.
  • Ich möchte nur noch zwei mal pro Woche Alkohol trinken.
  • Ich möchte drei mal pro Woche laufen gehen.
  • Ich möchte täglich Gemüse essen.
  • Ich darf nie mehr Burger essen.
  • Etc.

 

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie diese Sätze lesen? Also in mir stellt sich da augenblicklich ein Gefühl von „großer Berg“ – „Schaffe ich das überhaupt?“ „Nein, ich bin nicht so stark.“ Es sind so viele Vorsätze, dass es extrem schwer sein würde, alle umzusetzen. Außerdem vermitteln Sie mit vielen Veränderungswünschen Ihrem Unterbewusstsein: „Alles, was ich bisher gelebt habe, war falsch. Ich bin nicht okay.“

 

Gruppe 3:

Gruppe 3 formuliert einen oder mehrere sehr strenge Vorsätze, die aufgrund der Rigidität nicht umsetzbar/haltbar sind. Beispiel:

  • Ich trinke nie mehr Alkohol.
  • Ich esse nie mehr Zucker.

 

Für alle drei Gruppen wird es schwierig die Ziele zu erreichen. Doch wie macht man UMSETZBARE Vorsätze? Wann? Wie erreicht man seine Ziele wirklich?

 

ERSTENS: DER 1. JÄNNER, IST DER 1. JÄNNER, ABER NICHT ein MAGISCHES DATUM

 

Was denken Sie am 31.12?

  • Einmal noch schlemmen, ab morgen gibt es eh nichts mehr Leckeres?
  • Noch einmal richtig viel rauchen, aber morgen ist es Vergangenheit?
  • Heute noch Alkohol konsumiert, ab morgen gibt es nichts mehr?
  • Ab morgen lebe ich gesünder und besser und positiver, etc.?

 

Dann gebe ich Ihnen einige meiner Gedanken mit auf den Weg:

  1. Wenn Sie heute schlemmen, haben Sie vermutlich morgen erst recht Hunger auf alles, was Sie sich verbieten.
  2. Wenn Sie heute noch fertig rauchen, was passiert, wenn Sie müde und übernächtigt sind? Wie steht es da mit der Gier auf Zigaretten?
  3. Sie wollen keinen Alkohol mehr trinken bzw. weniger? Naja, wie sieht es dann nächstes Silvester aus? Trinken Sie ein Leben lang nur noch Fruchtsaft oder was bedeutet weniger?
  4. Siehe oben – Wie sieht gesünder aus? War bisher alles schlecht?

 

Ich will Sie nicht demotivieren. Ich will Ihnen eine realistische Anschauung Ihrer Vorsätze geben und ich möchte erreichen, dass Sie sich etwas vornehmen, das Sie wirklich erreichen können.

 

Der 1. Jänner ist ein Tag wie jeder andere, nur, dass man am Vortag zu lange auf war, oft zu viel getrunken hat und körperlich ko ist. Insofern vielleicht doch kein Tag wie jeder andere ;).

 

Welches Datum soll man wählen?

Wie wäre es mit sofort, wenn Sie einen Entschluss gefasst haben, etwas zu verändern? Wenn Sie sich entschließen mehr Sport zu treiben, dann fangen Sie heute mit einem Spaziergang an und überlegen, wie Sie es gut umsetzen können in Zukunft, welche Sportarten, etc. Eine Runde Spazieren geht ohne Laufschuhe und Walking Stöcke. Die Utensilien kann man nach und nach besorgen.

Wenn Sie sich gesünder ernähren möchten, beginnen Sie gleich bei der nächsten Mahlzeit und stellen Sie langsam aber sicher um. Sie müssen nicht heute alles Ungesunde wegwerfen. Sie kaufen es einfach nicht mehr nach :).

 

Wenn Sie gleich beginnen, brauchen Sie nichts „nachzutrauern“. Wenn Sie an einem bestimmten Tag beginnen, passiert Folgendes:

 

Beispiel Diät:

Nennen wir sie Lydia. Lydia hat sich immer wieder vorgenommen: „Ab Montag mache ich Diät.“

Wissen Sie was passiert ist?

  • Mit dem Wissen, dass sie sich ab Montag einschränken muss und nichts mehr ihrer geliebten Dinge essen darf, hat sie in sich hinein geschlungen. Mehr als sie Hunger hatte.
  • Dann kam der Montag und sie hatte schlechte Laune, weil sie wusste, dass das Leben erst wieder Spaß macht, wenn sie die Diät beendet und einige Kilos abgenommen hat.
  • Ein anderes Mal kam der Montag und sie hatte gute Laune (noch), weil sie sich auf die neue Figur freut und wieder in ihre Lieblingshose zu passen.
  • Ja und dann ging der Montag vorüber, Magenknurren hielt sich in Grenzen, es war ja der erste Tag. Ab und zu hatte sie auch am ersten Tag große Probleme mit Hunger, aber der Montag ging vorüber.
  • Der Dienstag ging vorüber und der Mittwoch.
  • Am Donnerstag war Lydia zu einer Feier eingeladen. Die Brötchen sahen lecker aus, das Gläschen Sekt würde nicht schaden – NEIN, diesmal nicht. Ausreden parat und so ging der Donnerstag vorüber. Sie war stolz auf sich.
  • Dann kam der Freitag. Sie war müde und frustriert. Nicht einmal ein Schokoriegel…grrr…Aber was, ein kleines Stück Schoko wird nicht schaden. Es blieb sogar bei diesem. Sie war stolz, weil sie sich so gut unter Kontrolle hatte.
  • Nun kam der Samstag und ihr Freund kam mit einem Backhendl nach Hause. Es duftete so gut und sie begann zu essen, auch noch Schokolade, usw. „Heute ist es eh schon wurscht.“ Zusätzlich zu dem Heißhunger-Anfall mit ungesundem Essen machte sich schlechtes Gewissen breit: „Geh, schon wieder, wie dumm/blöd bin ich überhaupt. Ich schaffe gar nichts…“

 

DESHALB:
Änderungen ab sofort und zwar immerwährend. Immer nur so viel, wie Sie können, damit Sie sich wohl fühlen und Freude an Ihrer Veränderung und an Ihrem Leben haben.

 

ZWEITENS: SCHRITT FÜR SCHRITT!!!

 

Sie kennen sicher den Ausspruch: „Rom wurde nicht an einem Tag erbaut.“ Überlegen Sie einmal, was in Ihrem Leben ging wirklich von jetzt auf dann? Genau – nichts! Ein Haus bauen dauert. In eine Wohnung einziehen dauert. Ein Kind kriegen dauert mindestens die Schwangerschaft. Die Matura machen dauert die gesamte Schulzeit. Einen Magister-Titel erwerben dauert. Genauso ist es ein Prozess mit dem Rauchen aufzuhören, sich gesünder zu ernähren, einen gesünderen Lebensstil zu pflegen, abzunehmen, zuzunehmen, aus einer depressiven Verstimmung zu kommen, etc.

 

Alles im Leben ist ein Prozess. Ein längerer Prozess. Wenn ich es wieder am Beispiel Übergewicht/Ernährung veranschaulichen darf: Übergewicht entsteht nicht zwischen Weihnachten und Silvester sondern zwischen Silvester und Weihnachten. Einige Tage mehr essen als gewöhnlich kann vielleicht einen Kilo mehr auf der Waage bedeuten, aber wenn man nach den Feiertagen wieder auf sein Hungergefühl hört, sich ausgewogen ernährt, pendelt sich das Gewicht schnell wieder ein.

 

DESHALB:

Gehen Sie es langsam und Schritt für Schritt an! Schreiben Sie sich Ihre Ziele so genau wie möglich auf! Beispiele:

  • Wenn Sie gesünder essen möchten könnten Sie fürs Erste ein gesundes Frühstück forcieren: Mehr übers Frühstück finden Sie hier. Wenn das neue Frühstück wie Zähneputzen zu Ihrem Alltag gehört, können Sie sich die nächste Mahlzeit vornehmen. Mehr über gesunde Ernährung finden Sie hier (Ernährung nach TCM, Wohlfühlernährung)! Es dauert einige Zeit, bis man weiß, was einem gut tut. Es dauert einige Zeit, bis man alle „ungesunden“ Dinge aufgegessen hat. Es dauert einige Zeit, bis man sich über gesunde Ernährung informiert hat.
  • Wenn Sie sportlicher werden möchten, dann beginnen Sie ebenfalls langsam. Mehr darüber welcher Sport für Sie geeignet ist, finden Sie hier!
  • Wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen, gibt es verschiedenen Möglichkeiten. Nehmen Sie an einem Programm teil, oder aber Sie reduzieren langsam. In der ersten Woche 20, in der nächsten Woche 19, dann 18, usw. Eine Woche ist eine gute Zeit, um mit dem Weniger umgehen zu lernen.
  • Wenn Sie mehr Zeit für sich haben möchten, neben Kindern, etc. beginnen Sie langsam! Wenn Sie gleich ein Wochenende wegfahren, werden Sie das „Gebrauchtwerden“ stark vermissen und es lange Zeit nicht mehr machen (wollen). Wenn Sie allerdings in der ersten Woche 1 Stunde weggehen und sich eine Auszeit für sich nehmen, wird es komisch sein, aber Sie wissen, dass Sie gleich wieder da sind. Beim zweiten Mal genießen Sie die Stunde schon und können zwei daraus machen, etc.

 

Langsam, aber stetig ist wichtig!

 

Denken Sie immer daran:

Es hat lange gedauert, bis Sie so waren, wie Sie sind – Jahre, Jahrzehnte. Sie haben bestimmt nicht in einem Jahr 30 Kilogramm zugenommen (außer Sie waren schwanger). Sie haben sicher nicht innerhalb einer Woche zwei Packerl Zigaretten am Tag geraucht. Jede Entwicklung braucht seine Zeit und jeder Mensch hat sein eigenes Tempo dafür.

 

DRITTENS: EINS NACH DEM ANDEREN

 

Wenn Sie eine ganz lange Liste haben, ist das entmutigend und führt zwangsläufig zu Misserfolg. Besser ist es, wenn man sich über Wochen und Monate Zeit gibt für Veränderungen. Beispiel: Beginnen Sie erst einmal langsam, Ihre Ernährung umzustellen, dann mit Sport, dann mit Selbstfindung, etc. Psychologisches Gesundheitscoaching kann hier helfen, Ziele zu formulieren und Sie dabei begleiten, diese in IHREM Tempo zu erreichen.

Meine "Psychologische Ernährungsberatung" hilft Ihnen dabei, eine gesündere, typgerechte Ernährung und einen gesunden Lebensstil zu finden. :)

Und für alle, die ein GANZES RUNDUM PROGRAMM als Online-Kurs haben möchten: Mein Programm "Happy & Healthy" beginnt in regelmäßigen Abständen. Drei Wochen begleite ich Sie zu gesünderer Ernährung, Freude an Bewegung und mehr Bewegung und einem gelasseneren Umgang mit Stress und Alltagsherausforderungen, mehr Selbstliebe und Zufriedenheit.

 

ZUM ABSCHLUSS NOCH EIN GEDANKE zu VORSÄTZEN:

Oft konzentrieren wir uns bei (Neujahrs)Vorsätzen auf den Körper – gesünder essen, mehr Sport, weniger rauchen, weniger Alkohol, etc. Selten denken wir daran, dass wir auch etwas für unsere Psyche tun müssen, damit es uns gut geht, wir gesund sind/bleiben und uns wohl fühlen. Schauen Sie nicht nur auf Ihren Körper, sondern auch auf Ihre Psyche – Körper und Psyche sind eine Einheit und wenn es einem Teil gut geht, zieht der andere mit.

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).