„Da man sowieso denken muss, kann man gleich positiv denken.“

 

Alle Motivationstrainer reden nur noch von positiv denken und dass positives Denken der Schlüssel zum Erfolg sei. Bis zu einem gewissen Grad stimme ich da als Psychologin zu. Sie können mehr darüber in meinem Artikel über Glaubenssätze lesen.

 

Die Sache ist nur die: Ich bin in letzter Zeit vor einigen Situationen gestanden, wo ich mir nicht sicher war, ob bei meinen KlientInnen dieses rein positive Denken ausreichen würde. Nicht, weil sie vielleicht psychisch krank waren, sondern einfach, weil es zu „wenig“ war, zu kurz gegriffen, zu einfach und zu schwer gleichzeitig.

Ich habe mich dann schlau gemacht, weil ich für mich eine Antwort finden wollte: Ist es wirklich so, dass positive, glückliche Menschen einfach positive Glaubenssätze verinnerlicht haben, also positiv denken oder gibt es da noch ein anderes Geheimnis? Nach und nach lüftete sich das Geheimnis und die Erkenntnisse aus den Recherchen möchte ich heute mit Ihnen teilen. :)

 

Der Unterschied zwischen Menschen, die glücklich und positiv sind, ist nicht nur, dass sie positive Glaubenssätze verinnerlicht haben, sondern dass sie eine Situation wirklich so, wie sie kommt, positiv annehmen. Sie müssen sich eine Situation nicht zwanghaft positiv reden, weil sie die Situation von Beginn an nie (negativ) bewerten.

 

Ich möchte das anhand eines Beispiels erklären:

Situation: Es schneit schon seit zwei Tagen, die Straßen sind zu und es herrscht Chaos. Person A und Person B müssen trotzdem mit dem Auto in die Arbeit. Person B ist eine durchwegs fröhliche, positive Person, der scheinbar alles gelingt und bei der scheinbar immer alles passt. Person A ist eine Person, bei der oft etwas schiefläuft, die es nicht so leicht hat im Leben und die sich vorgenommen hat, positiv zu denken bzw. ihr Leben positiv zu gestalten.

Person A: Puh furchtbar! So gerne ich Schnee mag, aber muss es so viel sein? Na geh, es könnte jetzt wirklich aufhören. (Person A denkt kurz nach, weil sie sich ja vorgenommen hat das Beste aus Situationen zu machen und positiv zu sein und revidiert ihre Bemerkung) Gut okay, so tragisch ist es nicht, brauch ich einmal länger, ich kann dafür mein Hörbuch anhören und es passt schon.

Person B: Ein bisschen früher aufstehen sollte ich morgen, weil da brauch ich bestimmt etwas länger. (Person B denkt nicht mehr und nicht weniger. Bewertet das Wetter also nicht, sondern überlegt nur, wie sie bei diesen Umständen am besten HANDELN kann.)

 

Drei Tage später. Es ist bereits Wochenende, das Schneechaos hat sich gebessert, aber es gibt noch immer Unmengen.

Person A: So, jetzt reicht es aber wirklich. Jetzt habe ich vier Tage versucht positiv zu denken, aber ich will nicht mehr, diese Massen, ich will endlich wieder raus. (Person A ermahnt sich nach ihrem Zusammenbruch, dass sie doch positiv denken möchte.) Gut, also noch ein Tag zu Hause, dann putz ich eben einmal ordentlich die Küche.

Person B: Mmmm…alle Zeitungen gelesen, einen kleinen Schneespaziergang gemacht, mmmm…ich könnte die Küchenkasteln einmal auswischen.

(Person B hat sich über die Situation nie Gedanken gemacht, sie einfach genommen wie sie ist und damit nie Ärger erlebt. Person B nimmt die Situation einfach an und macht für sich das Beste daraus.)

 

WAS BEDEUTET DAS FÜR SIE – FÜR UNS?

 

Es geht nicht nur darum positiv zu denken, sondern es geht darum, Situationen ANZUNEHMEN, genauso, wie sie sind und das BESTE für sich daraus zu machen. Es macht keinen Sinn, sich zu ärgern, grantig zu sein, besonders positiv oder negativ zu sein. Das Einzige was wirklich dauerhaft funktioniert, ist ANNEHMEN. ANNEHMEN ist eigentlich unter positiv denken gemeint.

 

KANN MAN DAS LERNEN?

 

Wie alles im Leben ist es natürlich erlernbar. Wie alles im Leben geht es nicht von heute auf morgen. Wie alles im Leben braucht es Zeit und ist ein längerer Weg.

 

Der erste Schritt besteht darin, dass man erkennt, was gemeint ist. Man muss das Muster bei sich erkennen. Man kann sich einhundertundfünfzigtausendmal den Satz sagen: „Ich bin gesund.“ wenn aber jemand neben einem hustet und man als Erstes denkt: „Um Gottes Willen nicht schon wieder Viren, wo ist das nächste Desinfektionsmittel?“, wird man trotzdem angesteckt werden. Wenn man allerdings denkt „Ich bin gesund“, darauf vertraut und es quasi gar nicht merkt („loslässt“ ist auch so ein Wort dafür), wenn jemand neben einem hustet, bleibt man gesund.

 

Es braucht also: Positive Glaubenssätze + GEDANKENSTOPP für alle automatisch ablaufenden negativen anderen Gedanken + VERTRAUEN.

 

Also: Wenn Sie merken, dass Sie gegen Ihre positiven Glaubenssätze denken, sagen Sie sofort STOPP – gedanklich! Bevor Sie negativ weiterdenken können, sich ärgern, verzagt sind, etc., sagen Sie STOPP und TUN das Beste, was jetzt geht.

 

Das erfordert wirklich viel Achtsamkeit seinen eigenen Gedanken gegenüber. Es gibt verschiedene Wege, auf denen man zum Ziel kommt – über positive Glaubenssätze, Gedankenstopp, positive Erlebnisse verstärken, Achtsamkeit, Genuss, Lächeln, etc.

 

Wichtig ist, dass Sie sich bewusst machen, dass es Zeit brauchen wird. Haben Sie Geduld mit sich! Täglich werden Sie weiter kommen, wenn Sie das möchten.

 

ÜBUNG: POSITIVE GEDANKEN FESTHALTEN/VERSTÄRKEN

 

Um sich positiver zu stimmen, kann man bei jedem schönen Erlebnis, bei jeder Kleinigkeit innehalten und sich kurz bewusst freuen, DANKE sagen und das schöne Gefühl im Körper spüren.

 

Beispiel: Sie haben auf Anhieb einen Parkplatz gefunden. Damit genau dieses Erlebnis nicht im Stress vergessen wird, bleiben Sie kurz sitzen, sagen Sie sich DANKE, voll schön, so schnell hab ich einen Parkplatz gefunden, lächeln Sie und spüren Sie, wie glücklich Sie sich innerlich fühlen. Dann erst steigen Sie aus. Das dauert 1-2 Minuten. Hauptsache, Sie nehmen es kurz wahr.

 

Beispiel: Sie hatten eine schöne Kaffeepause mit den Kollegen. Bevor Sie sich der Arbeit widmen, halten Sie kurz inne und spüren Sie dieses entspannte Glücksgefühl in Ihnen, lächeln Sie und sagen Sie danke dafür.

 

Mit dieser Übung lernen Sie nach und nach Positivem mehr Raum zu geben und die Widrigkeiten, mit denen man sich oft viel länger beschäftigt, verschwinden, weil Sie sich durch den Gedankenstopp nicht mehr damit beschäftigen.

 

WAS PASSIERT PARALLEL UND NACH UND NACH?

 

Positive Gedanken werden mehr, das Glücksgefühl größer.

Negative Gedanken verschwinden nach und nach.

Sie erleben mehr schöne Dinge.

 

ZUM ABSCHLUSS:

Für Gesundheit, Wohlbefinden und Ausgeglichenheit ist es wichtig seinen Körper und seine Seele mit dem zu versorgen, was sie brauchen. Der Körper braucht nährstoffreiches Essen und Bewegung, die Seele positive Gedanken, Glücksmomente und Entspannung. Vergessen Sie niemals, dass Körper und Psyche immer eine Einheit sind!

 

Bei Fragen kontaktieren Sie mich! Ich freue mich auch über Kommentare :).

 

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Interessante Literatur:

"Die Kuh, die weinte" von Ajahn Brahm

"Der Elefant, der das Glück vergaß" von Ajahn Brahm