Mittwoch ist Blog-Artikel-Tag! Normalerweise...nicht gestern...warum?

 

Ich möchte Ihnen eine Geschichte erzählen vom Zenmeister:

 

"Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister.

"Herr", fragten sie " was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du."

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde. Einer platzte heraus: "Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?"

Es kam die gleiche Antwort: "Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich."

Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend fügte der Meister nach einer Weile hiinzu: "Sicher liegt auch Ihr und Ihr geht auch und Ihr esst. Aber während Ihr liegt, denkt Ihr schon ans Aufstehen. Während Ihr aufsteht, überlegt Ihr wohin Ihr geht und während Ihr geht, fragt Ihr Euch, was Ihr essen werdet. So sind Eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo Ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst Euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und Ihr habt die Chance wirklich glücklich und zufrieden zu sein."

(Urheber bzw. Autor ist leider unbekannt)

 

Wie passt diese Geschichte jetzt zur Beantwortung der Frage, warum es gestern keinen Blog-Artikel gab?

 

Mein Sohn war am Dienstag krank. Er hatte hohes Fieber und wollte die ganze Zeit auf mir liegen, schlafen, rasten und umsorgt werden. Vor Dienstag hatte ich keine Zeit zum Verfassen, weil mein Buch im Vordergrund stand. Mittwoch arbeite ich und hatte private Termine.

 

Ich hatte also vier Möglichkeiten:

  1. Meinen Sohn die meisten Zeit allein liegen lassen, schnell irgendeinen herz- und hirnlosen Blog-Artikel verfassen. Herz- und hirnlos deshalb, weil ich mit den Gedanken bei meinem schlechten Gewissen wäre, wie ich ihn jetzt allein lassen kann...
  2. Mich stressen: Meinen kranken Sohn umsorgen und bis spät in die Nacht einen herz- und hirnlosen Blog-Artikel verfassen. Herz- und hirnlos deshalb, weil ein Tag mit einem kranken Kind, einem gesunden Kind und dem alltäglichen Haushalt wie Kochen, etc. anstrengend genug ist und ich keine Freude daran gehabt hätte. Aja und vermutlich riskiert hätte, selbst krank zu werden.
  3. Mich herz- und hirnlos um meinen kranken Sohn kümmern. Herz- und hirnlos deshalb, weil ich die ganze Zeit in Gedanken bei allem wäre, was ich eigentlich machen sollte.

 

ODER 4. WAS ICH GEMACHT HABE: Ich war im HIER UND JETZT. Ich war für meinen Sohn da und mein Blog-Artikel musste warten! Ich habe begriffen, dass ich kein "Wunderwuzi" bin und nicht alles möglich ist und es mich einfach glücklicher, gesünder und gelassener macht, wenn ich Abstriche mache.

 

Und ganz nebenbei: Es war ein angenehmer Tag, den ich im Großen und Ganzen wirklich genossen habe. Warum? Weil es schön war so viel Zeit mit meinem Sohn zu verbringen und so gebraucht zu werden. Er ist jetzt 4 Jahre alt. In 10 Jahren möchte er bestimmt nicht mehr auf mir liegen, wenn er krank ist. Da darf ich ihm dann nur noch Tee bringen und in 15 Jahren ist er möglicherweise bereits außer Haus. Das Leben verändert sich ständig und gewisse Dinge bekommt man nicht mehr, wenn man sie nicht jetzt lebt. :)

 

Mein Sohn war übrigens gestern wieder fit und gesund! :) Tipps zum "Gesund bleiben - Gesund werden im Herbst/Winter" können Sie in meinem E-Book nachlesen.

 

Ich beende meinen ungewöhnlichen Blog-Artikel heute ungewöhnlich und zwar nicht mit dem üblichen Abschluss, sondern mit einem Tipp für Sie: LEBEN SIE IHR LEBEN IN DIESEM MOMENT!

 

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