• Alexandra Lang

Glaubenssätze und Affirmationen

„Wir sind, was wir denken.“ (Buddha)


Heute möchte ich in meinem Blog-Artikel alles Wichtige über Glaubenssätze und Affirmationen mit dir teilen.


WAS SIND GLAUBENSSÄTZE?


Glaubenssätze bezeichnen unsere persönlichen „Wahrheiten“ und prägen unser Denken, Fühlen und Handeln. Glaubenssätze sind Meinungen und Überzeugungen über uns selber und die Welt, die wir in der Kindheit, Jugend, durch Erlebnisse und Erfahrungen oder auch von anderen Menschen übernommen haben. Sie sind wichtig, weil sie für unser Unterbewusstsein die Welt überschaubarer und einfacher machen. Vielleicht erinnerst du dich an meinen Artikel über Psychosomatik, wo ich dir erklärt habe, dass jeder Gedanke ein Gefühl erzeugt und jedes Gefühl eine körperliche Reaktion (siehe: Psychosomatik).


Glaubenssätze sind also im Prinzip nichts Schlechtes, sondern etwas sehr hilfreiches.


Ein Problem ergibt sich dann, wenn Glaubenssätze negativ sind, weil: Was wir denken, erzeugt ein Gefühl und das eine Reaktion und am Ende wird es sich bewahrheiten. Ein bekanntes Beispiel: „Denke nicht an den rosaroten Elefanten im Kühlschrank!“ Was siehst du gerade vor deinem geistigen Auge?


Negative Glaubenssätze sind der/ein Grund für Depressionen, Erfolglosigkeit, Energielosigkeit, Stress und Probleme in diversen Lebensbereichen. Wenn du beispielsweise unterbewusst glaubst: „Ich bin dick“, dann gibst du deinem Körper das Signal, er soll dick sein. Oder: „Ich bin nicht gut genug.“, dann gibst du deinem Körper das Signal, niemals gut genug zu sein.


Wenn es dir also nicht gut geht, du dich müde und ausgelaugt fühlst, du erfolglos und eventuell zu dick oder zu dünn bist, Geldmangel hast, ständig krank bist etc., kann es daran liegen, dass in deinem Unterbewusstsein negative Glaubenssätze vorherrschen.


Was kann man also mit negative Glaubenssätzen machen?


Grundsätzlich ist einmal ganz wichtig, dass du dir dieser bewusst wirst. Dass du sie quasi aus dem Unterbewusstsein ins Bewusstsein holst. Dabei kann psychologische Beratung wirklich hilfreich sein, weil sich jeder Mensch auch ein Stück weit vor dem Unbewussten schützt. Vielleicht kennst du hierzu das Modell des Eisberges - die Spitze ist sichtbar - doch vieles bleibt im verborgenen.


WENN du dir deiner Glaubenssätze bewusst bist, idealerweise auch weißt, woher sie kommen, dann beginne mit ihnen zu arbeiten. ÜBERPRÜFE, ob die Glaubenssätze noch wahr sind oder ob du sie vielleicht nicht mehr so haben möchtest und sie auch anders wahr sein könnten.


Byron Katie hat eine gute Methode zum Überprüfen von Glaubenssätzen entwickelt. Du schreibst dir den Glaubenssatz auf und fragst dann:

  • Ist das wirklich wahr?

  • Kann ich ganz sicher wissen, dass es wahr ist, oder könnte es auch anders wahr sein?

  • Was passiert mit mir/in mir, wenn ich diesen Gedanken denke?

  • Was würde passieren, wenn ich diesen Gedanken nicht (oder andersherum) denken würde?

Und zum Schluss formulierst du dann einen neuen Glaubenssatz, der mehr der Wahrheit entspricht bzw. sich dem annähert, wo du hin möchtest.


Das bedeutet quasi, dass du deine Glaubenssätze mit Affirmationen überschreibst. Das braucht dann natürlich Zeit und Geduld und geht nicht von heute auf morgen. Manchmal erlebt man sogar Rückschläge und erwischt sich, wie der alte Glaubenssatz einfach so automatisch abgelaufen ist.


Ich möchte dir erklären warum: Im Gehirn gibt es viele neuronale Verbindungen. Je öfter du eine neuronale Verbindung denkst, desto stärker wird dieser „Nervenstrang“. Wenn du jetzt einmal etwas anderes denkst, dann ist diese neue Verbindung sehr dünn/schwach und du wirst automatisch ins alte Muster zurückfallen. Außer du stärkst und stärkst den neuen Strang. Der alte verkümmert, weil er nicht mehr verwendet wird.


Veranschaulicht anhand eines Bildes: Stell dir vor, du hast eine Spazierrunde durch den Wald. Du nimmst immer den gleichen Weg. Dieser ist gut ausgetreten. Einmal willst du einen neuen Weg gehen. Dieser neue Weg ist aber mühsam, weil lauter Äste, Verwucherungen, etc. im Weg sind. Du musst dich durchkämpfen. Leichter ist es natürlich jetzt, wenn du beim nächsten Mal wieder den alten Weg gehst. Wenn du aber beim neuen Weg bleibst, wird dieser nach und nach angenehmer zu gehen sein und der alte Weg verwuchert und verschwindet.


Konkretes Beispiel: Du denkst – „Ich bin dick“. Jetzt sagst du dir einmal „Ich bin schlank.“ Dein Gehirn wird dem nicht viel Aufmerksamkeit schenken, weil du 20-mal am Tag vorm Spiegel stehst und etwas anderes denkst. Wenn du allerdings, so oft es geht, nur den ersten Satz mit dem zweiten Satz überschreibst, wirst du dich bald besser fühlen, weil du dich dünner fühlen und dich auch so verhalten wirst, dass du abnimmst. Mit der Zeit wird der neue Satz zutreffen, der andere überschrieben und verwuchern.


Soweit alles klar? :)


WICHTIG: Sinnvoll ist auch, dir darüber bewusst zu werden, wann die Glaubenssätze wirksam werden - z.B. vorm Spiegel oder vor einem Stück Torte und genau in solchen Situation nach der neuen AFFIRMATION, dem neuen, von dir gewünschten Glaubenssatz zu HANDELN!


Was sind Affirmationen und wie macht man diese?


Affirmationen sind kurze, positiv formulierte Glaubenssätze, die das gewünschte Ziel beinhalten. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „bejahen, beglaubigen“. Also Affirmationen sind kraftvolle Sätze, die positiv formuliert sind und immer wieder wiederholt werden und nach und nach eintreffen und das Leben verändern.


  • Eine Affirmation muss immer positiv formuliert sein!

  • Eine Affirmation darf demnach keine Verneinung (kein keine/kein, nicht, etc.) beinhalten!

  • Eine Affirmation muss so konkret wie möglich sein!

  • z.B. Nicht nur „Ich bin schlank“, sondern „Ich liebe es, mich zu bewegen.“ „Ich ernähre mich bewusst und gesund.“ „Ich liebe meinen Körper so, wie er ist.“ „Ich habe mein Wohlfühlgewicht von 65kg.“ etc.

  • Eine Affirmation muss immer in der Gegenwart formuliert sein, so als wäre es bereits so, weil das Unterbewusstsein keine Vergangenheit oder Zukunft kennt.

  • Eine Affirmation ist kraftvoll, weil sie kein könnte, sollte, etc. beinhaltet sondern ein ICH BIN…, ICH KANN…


Affirmationen kannst du zu verschiedenen Themenbereichen formulieren: Selbstwert, Beruf, Familie, Liebe, Gesundheit, Geld, usw.


Wie arbeitest du sinnvoll mit Affirmationen?


Unser Unterbewusstsein ist immer wach und aufmerksam. Es geht eher darum einen Zeitpunkt oder eine Art zu finden, den Verstand auszuschalten, damit die Sätze ins Unterbewusstsein gelangen können. Wenn du beispielsweise brav deine Affirmationen schreibst: „Ich bin erfolgreich“, aber dir im Bewusstsein gleichzeitig denkst: „Schön wäre es, aber wieso klappt irgendwie gar nichts?“ wird es nicht gut funktionieren.


Deshalb ist es am besten, wenn du Affirmationen gleich in der Früh beim Aufstehen oder abends vorm Schlafengehen anhörst, aufschreibst oder/und liest. Da ist der Verstand noch zu müde um als Wächter einzutreten.


Eine andere Möglichkeit ist es, die Affirmationen nebenbei beim Sport, beim Kochen, beim Autofahren, beim Putzen, etc. anzuhören, wenn du nur unbewusst hinhörst. Dein Unterbewusstsein wird es trotzdem aufnehmen.


Ideal ist es, wenn du zu verschiedenen Zeitpunkten auf verschiedene Art und Weisen (anhören, aufschreiben, lesen, laut sprechen) mit den Affirmationen arbeitest. So, wie es für dich am besten zu deinem Leben passt und in deinem Alltag integrierbar ist.


GANZ WICHTIG ist allerdings, dass du täglich einmal, im Idealfall sogar zwei mal damit arbeitest.



Wie lange dauert es bis zur Wirkung?


Dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Gut finde ich den Richtwert von 21 Tagen, weil nachgewiesen wurde, dass das Unterbewusstsein und der Körper 21 Tage benötigen, um neue Verhaltensweisen zu lernen/zu verinnerlichen. So zum Beispiel auch bei einer Ernährungsumstellung oder einem Sportprogramm. Nach 21 Tagen hat der Körper neue Verhaltensweisen verinnerlicht. ABER trotzdem musst du danach weiter üben.


Wichtig finde ich auch dir zu sagen, dass du aktiv etwas tun (in diesem Fall anhören, schreiben, lesen der Affirmationen) musst, damit sich etwas ändert. 21 Tage wird es dauern, bis du erste Erfolge merkst. In manchen Fällen passiert es früher, in manchen Fällen später. Der Körper braucht einfach Zeit um neue Dinge zu lernen. Es kommt auch darauf an, wie stark deine negativen Glaubenssätze sind und die Lebensumstände, in denen du dich befindest. ABER: Es funktioniert! Das wurde in zahlreichen Studien bestätigt.


Affirmationen können auch immer wieder umgeschrieben und an deine Lebenssituation angepasst werden. Wenn du beispielsweise gerade arbeitssuchend bist, könnte eine Affirmation lauten:

„Ich bin dankbar für meine wundervolle Tätigkeit, die mich erfreut und die mir immer genügend Zeit für meine Familie, Freunde und meine persönliche und berufliche Entwicklung lässt.“

Wenn du einen zufriedenstellenden Job hast, kannst du diese Affirmation nach einiger Zeit weglassen und dich einem neuen Thema widmen, einem neuen Wunsch.


Du hast Kinder? Viele negative Glaubenssätze hören wir von unseren Eltern/LehrerInnen und Bezugspersonen. Was kannst du tun bzw. welche Glaubenssätze solltest du einem Kind in jedem Fall mitgeben, damit es gewappnet gegen negative Glaubenssätze ist?


  • Du bist gut, so wie du bist.

  • Du bist liebenswert, egal was du tust.

  • Du schaffst alles, was du willst.

  • Es gibt immer einen Weg.

  • Alles ist möglich.


KÖRPER und PSYCHE sind eine EINHEIT. Um gesund zu sein und zu bleiben, müssen wir uns um beide Teile gut kümmern. Dies passiert mit nährstoffreichem, typgerechtem Essen, ausreichend Bewegung und einem liebevollen Umgang mit uns selbst.



Wenn für dich noch Fragen übrig geblieben sind, melde dich gerne.



Interessante Literatur:

Die Macht Ihres Unterbewusstseins“ von Dr. Joseph Murphy

Lass dein Leben leuchten“ von Gila van Delden

Erfolgreich wünschen! 7 Regeln wie Träume wahr werden“ von Pierre Franckh

"The Work" von Byron Katie

"Die Heilung des inneren Kindes" von Susanne Hühn


60 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Newsletter Anmeldung

Herzlichen Dank!