• Alexandra Lang

ANGST - alles, was du wissen musst

"Mut ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die eigene Angst zu überwinden."


ANGST ist erst einmal eine SEHR wichtige Emotion und will uns schützen. Evolutionär betrachtet hat Angst unser Überleben gesichert, indem wir vor der angstauslösenden Situation (Stichwort: Säbelzahntiger) weggelaufen sind. Wenn wir dann aber in Sicherheit waren, war die Angst gebannt und man konnte sich entspannen.


Auch heutzutage ist kurzzeitige Angst überhaupt nichts Schlimmes. Angst spornt uns vor einer Prüfung zu guten Leistungen an, weil wir dadurch im Sympathikus sind, also in Aktivität. Oder sie lässt uns zur Bestform auflaufen bei einem Bewerbungsgespräch oder auch Respekt haben vor einer Impfung – sprich wir holen uns Informationen ein, etc.


ANGST an sich ist wirklich nichts Böses! Sie hilft uns überlegt Dinge zu tun. Sie aktiviert uns.


ABER – LANGANHALTENDE ÄNGSTE, auch grundlose Ängste oder eine ängstliche Grundhaltung dem Leben gegenüber schwächen uns und belasten den Körper. Wir befinden uns dann quasi immer im Erregungszustand, können nicht entspannen – sind permanent im Stress. Das führt natürlich langfristig zu körperlichen und psychischen Herausforderungen.


WAS SAGT DIE TCM ZU ANGST?


Angst ist eine Emotion der Niere, gehört also zum Wasser Element. Alles über das Wasser-Element erfährst du hier: Grundbegriffe der TCM: Element Wasser/Winter


Die Emotion Angst lässt das Qi (Lebensenergie) nach unten sinken (Was das Qi ist, erfährst du HIER). Daher kommt auch die Redewendung: „Ich mache mir vor Angst in die Hosen.“ oder „Mir rutscht das Herz in die Hose.“


Angst lähmt die TCM-Niere und schwächt damit die gesamte Lebenskraft, weil die TCM-Nieren der Sitz der Essenz sind – der Sitz von Yin und Yang (mehr darüber HIER). Wenn die Essenz (die vorgeburtliche und nachgeburtliche) aufgebraucht ist, dann sterben wir. Angst verbraucht viel von dieser Essenz.


Dies wirkt auch umgekehrt: Menschen, die konstitutionelle mit schwachen Nieren geboren wurden oder durch – z.B. eine Schwangerschaft und Geburt oder exzessiven Sport oder einen total stressigen Alltag, etc. viel Essenz verbraucht haben – sind oft überängstlich.


Die Essenz nimmt im Alter automatisch ab. Das ist der Grund, warum Menschen, je älter sie werden, desto ängstlicher werden.


Symptome einer schwachen Niere sind:

· Lendenschwäche und/oder Lendenschmerzen

· Herzklopfen

· Stottern

· Bitterer Mundgeschmack

· Muskelkrämpfe

· Inkontinenz

· Neigung zu Durchfall

· Schwache, müde Beine

· Schwache Menstruation bis hin zur Amenorrhö

· Potenzschwäche

· Nächtlicher Harndrang

· Hörsturz bis hin zur Schwerhörigkeit

· Unerfüllter Kinderwunsch

WAS SAGT DIE PSYCHOLOGIE ZU ANGST?


„Normal“ bezeichnet die Psychologie Ängste, die aufgrund einer „Bedrohung“ auftreten und nach Beseitigung dieser wieder verschwinden. Grundsätzlich ist es ein Gefühl, dass Menschen eher unangenehm erleben und vermeiden möchten.


Hält die Angst oder die Ängste länger an, sprechen wir von Angst- und/oder Panikstörungen. Darunter versteht man, dass Angstzustände ohne entsprechende Bedrohung auftreten. Die Ursachen sind westlich/medizinisch/psychologisch noch nicht hinreichend geklärt. Es gibt viele Theorien.


ANGST äußert sich auf der Ebene des Erlebens, durch körperliche Symptome und einer Veränderung des Verhaltens. Sehr häufig steht für die Betroffenen nicht das Erleben der Angst im Vordergrund der Symptomatik, sondern die körperlichen Symptome. Sie sagen: „Ja, mich mit Corona anzustecken macht mir Sorgen, aber viel größere Probleme macht mir der Schwindel oder der Blutdruck oder die Brust- oder Bauchschmerzen…“ Die PatientInnen werden umfassend untersucht, aber es findet sich nicht wirklich etwas. Gute ÄrztInnen und/oder PsychologInnen erkennen dahinter die Angsterkrankung.


Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen:


  • GENERALISIERTEN ANGSTSTÖRUNG: Das bezeichnet, wenn ein Mensch ohne äußeren Anlass Angstzustände hat. Es ist eine lang anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen oder Objekte begrenzt ist – einmal ist es die Angst, dass der Mann einen Autounfall hat, aber auch dass eine schwere Erkrankung einen treffen könnte und zusätzlich….Typische Symptome sind:

o Motorische Unruhe wie Zittern oder Muskelanspannung – chronische Nackenverspannungen z.B.

o Nicht kontrollierbare Übererregbarkeit, die zu Schwitzen oder Schwindel führt

o Erhöhte Schreckhaftigkeit, weil man ständig angespannt ist

o Ein- und Durchschlafschwierigkeiten

o Reizbarkeit


  • PHOBISCHE ANGSTSTÖRUNG: Diese zeigen sich durch eine zwanghafte Befürchtung, dass irgendetwas passiert, wenn eine bestimmte Situation oder ein Objekt auftritt – z.B. Angst vor Menschenansammlungen oder Angst vor Spinnen. Meistens verläuft diese Störung chronisch und wird immer stärker.


  • PANIKSTÖRUNG: Dies bezeichnet eine intensive Angst, die attackenartig auftritt ohne sichtbaren Anlass. Innerhalb weniger Minuten steigert sich die Angst ins Unermessliche. Körperliche Symptome sind Herzrasen, Beklemmungsgefühle, Atemnot oder auch das Gefühl keine Luft zu bekommen. Betroffene haben Todesangst. Die Panikattacke dauert zwischen 2-3 Minuten und einigen Stunden.


Im Zusammenhang mit Angst-Störungen treten also sowohl psychische wie auch körperliche Beschwerden auf.


WAS KANNST DU TUN, WENN DU MEHR ODER WENIGER STARKE ÄNGSTE ODER SOGAR EINE ANGSTSTÖRUNG HAST?


Nach TCM kannst du die Niere stärken!


ERNÄHRUNGSTIPPS AUS OST UND WEST, die bei Angst sinnvoll sind:

  • Regelmäßige, gekochte Mahlzeiten – KEINE MAHLZEITEN AUSLASSEN!

  • Mineralstoffreiches Essen (Hirse, Quinoa, Samen, Hülsenfrüchte)

  • Dunkle/Schwarze Nahrungsmittel

  • Salz in Maßen – z.B.: Sojasauce, Algen, Fisch, Meersalz

  • Ab und zu etwas Scharfes essen (z.B. Ingwer)

  • Nahrungsmittel speziell für die Nieren sind (unter anderem):

  • Hirse, Gerste, Amaranth, Quinoa

  • Kürbiskerne und Kürbiskernöl

  • Schwarzer Sesam

  • Karfiol

  • Spargel

  • Kirschen

  • Nieren

  • Eier

  • Schlagobers

  • Maroni

  • Dunkle Bohnen

  • Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren

  • Fisolen

  • Kokosnuss (in allen Varianten)

  • Linsen

  • Sonnenblumenkerne

  • Sojasauce = Tamari

  • Rote Weintrauben

LEBENSSTIL-TIPPS AUS OST UND WEST, die bei Angst sinnvoll sind:


  • SCHLAFE ausreichend – idealerweise mindestens 8 Stunden und geh vor 24 Uhr ins Bett

  • Achte auf ausreichend RUHE und ERHOLUNG

  • Such dir eine ERFÜLLENDE/SINNVOLLE Tätigkeit, dies stärkt die Nierenenergie ungemein.

  • Achte auf ein erfüllendes Sozialleben – triff Freunde, geh tanzen, mach Mannschaftssport,..

  • Mach täglich eine kleine Mutprobe – sprich: Tu täglich etwas, wovor du dich fürchtest. Mit der Zeit wird die Angst weniger.


AUS DER PSYCHOLOGIE:

Eine Angststörung gehört in die Hände von Profis! Hol dir Hilfe. Das ist keine Schwäche, sondern eine Stärke!


Was du für dich tun kannst: Entspannungstechniken erlernen wie Progressive Muskelentspannung oder Meditation.


Hier habe ich dir ein paar Übungen zusammengefasst, die im Akutfall helfen, aber auch, wenn du sie regelmäßig anwendest:


  • Atemübungen – z.B.

  • Lange Ausatmen: 4 Sekunden einatmen, 6-8 Sekunden ausatmen für 5 Minuten

  • Wechselatmung


  • Gedankenunterbrechung mithilfe von Konzentration:

  • 3 Dinge, die ich sehe?

  • 3 Dinge, die ich höre?

  • 3 Dinge, die ich rieche oder spüre?


  • Gedankenunterbrechung mithilfe eines Mantras, dass du so lange sagst, bist du merkst, dass du ruhiger bist - Beispiele:

  • Vertrauen – Nur Vertrauen

  • Mein Körper ist ruhig, meine Gedanken sind ruhig, ich bin ruhig.

  • Alles ist gut.


  • EFT – dazu gibt es viele Youtube Videos


Wichtig ist auch, deine Angst zu hinterfragen – sich mit ihr auseinander zu setzen.

  • Wie real ist die Angst?

  • Ist das wahr?

  • Wie fühle ich mich, wenn ich das denke?

  • Wie fühle ich mich ohne diese Angst?


Eine gesunde, gute Nierenenergie zeigt sich durch Kampfgeist und Durchsetzungsvermögen, sowie Mut und Gelassenheit.


KÖRPER und PSYCHE sind eine EINHEIT. Um gesund zu sein und zu bleiben, müssen wir uns um beide Teile gut kümmern. Dies passiert mit nährstoffreichem, typgerechtem Essen, ausreichend Bewegung und einem liebevollen Umgang mit uns selbst.


Wenn für dich noch Fragen übrig geblieben sind, melde dich gerne.



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